Ganz allmählich lässt sich bei den Finanzwerten ein Silberstreif am Horizont ausmachen. Bereits zum Ende des vergangenen Jahres sorgte der Dreijahrestender der EZB, den die Institute mit fast 500 Mrd. Euro in Anspruch nahmen, für eine Beruhigung im Banksystem. Flankiert von der Hoffnung auf eine Lösung bei den Verhandlungen mit Griechenland und der Aussicht auf den zweiten Dreijahrestender der EZB Ende Februar legten die Kurse und damit auch die wichtigsten Bank-Indizes zuletzt deutlich zu. Die
Commerzbank punktete zudem noch mit mutigen Aussage, dass sie die von der Europäischen Bankaufsicht EBA festgestellte Kapitallücke von 5,3 Mrd. Euro ohne Staatshilfe schließen kann.
Die Reaktion auf dem Parkett ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem die Aktie Mitte November bei 1,116 Euro ein Tief ausbildete und dieses nach einem Pullback bei 1,50 Euro rund einen Monat später noch einmal testete, ließ sich bereits ein deutlicher Dynamikverlust der Abwärtsbewegung ausmachen. Der erneute Rücksetzer zu Beginn des Jahres wurde bereits ab Kursen um 1,17 Euro wieder aufgekauft – ein erstes bullisches Zeichen. Mitte Januar stieg die Aktie bereits über den 55-Tage-Durchschnitt, an dem es wie bei der knapp darüber verlaufenden 100-Tage-Linie in den vergangenen Monaten bereits öfters zu Gewinnmitnahmen kam. Am 19. Januar knackte die Aktie unter einem deutlichen Volumenanstieg sowohl den horizontalen Widerstand um 1,45 / 1,50 Euro als auch den längerfristigen Durchschnitt. Der Aufwärtsimpuls führte die Aktie unter hohen Umsätzen bis an die zwei Euro-Marke. Dies zeigt eindrucksvoll der Candle-Volumen-Chart, bei dem die Kerzendicke zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs durch das Handelsvolumen bemessen wird. Intraday-Kursrücksetzer, zu sehen an den langen Lunten im Kerzenchart, wurden bis zum Handelsschluss wieder aufgekauft.
In den vergangenen Tagen konsolidierte die Aktie auf dem erhöhten Niveau, ohne dass die Intraday-Tiefs bei rund 1,769 Euro unterschritten wurden. Zugleich baute die Aktie den im Tageschart kurzfristig deutlich überkauften Zustand (DSS Bressert) komplett ab. Aussagen über den weiteren Verlauf sind angesichts der sehr hohen Volatilität in dem Wert nur bedingt möglich. Dennoch kann es sich lohnen, einige Marken im Blick zu behalten.
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