Mitte Januar schien die Welt für
Solarworld – zumindest mit Blick auf den Chart – noch halbwegs in Ordnung. Die Aktie war gut in das neue Jahr gestartet und nahm den wichtigen 200-Tage-Durchschnitt ins Visier. Doch dann wendete sich das Blatt. Die Diskussionen um drastische Kürzungen bei der Förderung belasteten über mehrere Tage die gesamte Branche. Zudem setzt die harte Konkurrenz aus China den deutschen Herstellern verstärkt zu. Was folgte, war ein nahezu beispielloser Absturz der Solarworld-Aktie.
Ausgehend vom Januar-Hoch rauschte der Wert ohne nennenswerte Gegenreaktion um knapp 30 Prozent in den Keller und stoppte erst an der Unterstützung bei 12,25 Euro. Doch auch dieser Bereich wurde in der vergangenen Woche nach unten hin aufgelöst. Zu Beginn dieser Woche testete
Solarworld die Marke von 11,49 Euro. Hier lagen einige Tagestiefs vom November und Dezember 2008. Mit dem heutigen kräftigen Kursrücksetzer hat sich die Lage nun bedrohlich zugespitzt.
Am Nachmittag übernimmt die Aktie mit Abstand die rote Laterne im TecDAX und büßt zeitweise mehr als sechs Prozent ein. Damit notierte das Papier zugleich unter der letzten Bastion der Bullen bei 10,83 Euro, die am 21. November 2008 erreicht wurde. Sollte sich die Aktie auf Tagesschluss nicht über diesem Niveau stabilisieren, dürften wohl nur noch die Bären jubeln – und die Aktie zügig unter zehn Euro abstürzen.
Zu diesem Lager zählt wohl auch
Merrill Lynch. Die Amerikaner bestätigten am Mittwoch ihr Rating mit „underperform“ und reduzierten das Kursziel von neun auf nur noch sieben Euro. Zugleich senkten die Analysten ihre Schätzung für den Gewinn pro Aktie für 2010 um 20 Prozent. Weitere Probleme erwartet
Merrill Lynch aus möglichen Senkungen der Einspeisevergütung für die gesamte deutsche Solarbranche und damit auch
Solarworld.
Angesichts des dynamischen Abverkaufs können spekulative Anleger auf eine Fortsetzung der schwachen Entwicklung setzen. Möglich ist dies zum Beispiel über ein Knock-out-Bear von
HSBC (WKN: TB828R) mit einem engen Spread von 1,9 Prozent und einer Basis von 14 Euro. Um die Gefahr eines Totalverlustes zu vermeiden, sollte je nach Positionsgröße ein Stopp im Bereich von zwei bis 2,40 Euro platziert werden.

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