Der japanische Autohersteller
Toyota hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr radikal reduziert. Der
VW-Rivale führte am Freitag vor allem Produktionsausfälle nach den schweren Überschwemmungen in Thailand sowie den hohen Yen-Kurs als Begründung an.
Toyota rechnet in dem im März zu Ende gehenden Geschäftsjahr nur noch mit einem Betriebsgewinn von 200 Mrd. Yen (1,9 Mrd. Euro) - 57 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und deutlich unter den Vorhersagen der Analysten. Seine eigene Prognose von 450 Mrd. Yen hatte
Toyota schon im Oktober gekippt. Die Fluten in Thailand hatten dazu geführt, dass Fabriken in zehn Ländern nicht rechtzeitig mit Bauteilen beliefert wurden.
Was an
Toyota ebenfalls nicht spurlos vorbeigehen dürfte, ist die befürchtete globale Abschwächung der Konjunktur. So häufen sich die Negativmeldungen aus der Branche in jüngster Zeit - vor allem aus Europa, wo zusätzlich die Schuldenkrise die Kauflust der Verbraucher in einigen Staaten dämpft. Der Konzern droht den Spitzenplatz beim weltweiten Autoverkauf in diesem Jahr an
General Motors zu verlieren. Auch
Volkswagen könnte die Japaner noch überrunden.
Wegen der unabsehbaren Folgen der Flutkatastrophe in Thailand hatte
Toyota bei der Vorlage der Halbjahresbilanz im November noch darauf verzichtet, eine neue Prognose für das Gesamtjahr abzugeben. Jetzt rechnet der Konzern damit, dass der Umsatz sich auf 18.200 Mrd. Yen belaufen dürfte. Im August waren noch 19.000 Mrd. Yen in Aussicht gestellt worden.
In den meisten Regionen fährt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge inzwischen aber wieder eine normale Produktion. Noch in diesem Monat soll auch in Thailand wieder alles nach Plan laufe, teilte der Autohersteller am Freitag weiter mit. Angesichts des starken Yen erwäge das Unternehmen jetzt deutliche Preiserhöhungen in einigen Regionen - selbst, wenn dadurch weniger Autos verkauft würden.
Toyota geht nach den Angaben vom Freitag davon aus, in diesem Geschäftsjahr weltweit 7,38 Millionen Fahrzeuge verkaufen zu können. Bisher war der Konzern von 7,6 Millionen ausgegangen. Zunächst hatten millionenfache Rückrufe sowie der von dem Erdbeben ausgelöste Tsunami im März
Toyota enorme Produktionsausfälle und Absatzprobleme beschert. Die Lage hatte sich zwar zunehmend normalisiert, doch dann kamen der starke Yen sowie die Flutkatastrophe in Thailand hinzu. In mehreren Ländern, darunter in den USA, Indonesien und den Philippinen, musste
Toyota die Produktion wegen Teilemangels kürzen.
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