Der Allianz-Konzern erlitt 2009 einen deutlichen Gewinnrückgang in seinem Heimatmarkt Deutschland. Für 2010 verspricht Deutschland-Chef Rupprecht, der im Juli in den Aufsichtsrat wechselt, Besserung.
Allianz N
beobachten
Börsenwert
34.991,15 Mio €
Kurs Erscheinungstag
88,13 €
Veränd. z. Vortag
-1,52 %
Mehr zum Thema
Aktienanalyser
Die Aktien im Branchen-vergleich:
Klicken Sie hier
Sie möchten weitere Branchen analysieren?
Dann klicken Sie hier
Money-Management
Mit dem Money-Management-Tool von BÖRSE ONLINE handeln Sie wie Profis.
Der für den Börsenerfolg entscheidende Kapitaleinsatz wird blitzschnell
berechnet.
Klicken Sie hier
Die
Allianz Deutschland hat 2009 einen Gewinn von einer Milliarde Euro erzielt, ein Rückgang von 57 Prozent gegenüber den 2,3 Milliarden Euro des Vorjahres 2008. Dazu trugen niedrigere Kapitalerträge und ein höherer Schadenaufwand bei. Außerdem konnte das Unternehmen 2008 einen Sonderertrag durch den Verkauf von selbstgenutzten Immobilien verbuchen, der sich 2009 nicht wiederholte. Für 2010 werde die
Allianz einen spürbar höheren operativen Gewinn als die 1,4 Milliarden Euro des Jahres 2009 erwirtschaften, sagte Deutschland-Chef Gerhard Rupprecht. "Das gilt auch für den Jahresüberschuss." Voraussetzung sei das Ausbleiben von schweren Naturkatastrophen und anderen negativen Überraschungen. Der Sturm "Xynthia", der die
Allianz in Deutschland 90 Millionen Euro koste, sei aber bei der positiven Erwartung schon eingerechnet.
Den Umsatz konnte Deutschlands größter Versicherer um 6,9 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro steigern, das lag aber vor allem an der erstmaligen Einbeziehung der neuen
Allianz Bank. Die Beiträge aus Versicherungen sanken leicht von 23,0 Milliarden Euro auf 22,8 Milliarden Euro.
Die Erhöhung stammte außerdem aus der Lebensversicherung, in der die
Allianz 15 Milliarden Euro an Beiträgen einnahm, 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Einmalige Zahlungen trieben dieses Geschäft. Dazu trugen das bankähnliche Parkdepot, Pensionsauslagerungen von Unternehmen und private Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag bei.
In der Autoversicherung ging die Zahl der versicherten Fahrzeuge um 300.000 auf 8,44 Millionen zurück. Die
Allianz hat vor allem im Flottengeschäft mit Unternehmen Preise erhöht und verlustbringende Verbindungen gekündigt. Trotzdem sanken die Beitragseinnahmen um 3,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.
Wenn die
Allianz 2010 die Marktführerschaft an den branchenzweiten HUK-Coburg - der schon Ende 2009 bei 8,35 Millionen Fahrzeugen lag und seither noch hinzugewonnnen hat - verlieren sollte, "wird mir das keine schlaflosen Nächte bereiten", sagte Rupprecht. "Das kann man in guten Jahren mit vertretbaren Preisen leicht aufholen." Heute kaufe der Markt mit niedrigen Preisen künftige Verluste ein. "Das ist ein Vorgang, bei dem wir gern auf die Marktführerschaft verzichten."

Das Unternehmen habe 2009 in der Autoversicherung eine Schaden-und Kostenquote von 110,2 Prozent der Beitragseinnahmen verzeichnet, also pro Euro Prämie rund 1,10 Euro für Schäden, Verwaltungs- und Vertriebskosten ausgegeben. Im Vorjahr waren es 106,5 Prozent. Allerdings beruhen diese Zahlen auf der Rechnungslegung nach dem internationalen Standard IFRS und liegen damit zwei bis drei Punkte über den Zahlen deutscher Konkurrenten, die nach HGB-Standard bilanzieren.
Für 2010 rechnet Rupprecht nicht mit deutlichen Preissteigerungen in der Autoversicherung. Am Jahresende werde sich zeigen, ob die von Wettbewerbern angekündigten Preiserhöhungen auch kommen.
In der Krankenversicherung verliert die
Allianz Private Kranken weiter Marktanteile - 2009 waren es 10,1 Prozent nach 10,3 Prozent im Vorjahr. Die Zahl der Vollversicherten ging um 16.000 auf 709.000 zurück. Die neue Tarifgeneration und ein Spezialvertrieb für Ärzte sollen die Wende bringen.
Diesen Artikel bookmarken bei...