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Angeschlagenes Immobilienunternehmen JK Wohnbau braucht 100 Mio. Euro

[09:09, 22.02.12]


Eineinhalb Jahre nach dem Börsengang braucht JK Wohnbau schon wieder neues Geld. Bis Jahresmitte müssen zum Fortbestand 100 Mio. Euro in die Kasse kommen.


Das schwer angeschlagene Münchner Immobilienunternehmen  JK Wohnbau ist inzwischen schon über Selbstverständlichkeiten im Geschäftsleben froh. Voll Stolz verweist der Vorstand in dem am Dienstag im Internet publizierten Quartalsbericht auf einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers. Diese Bestätigung wurde nämlich der Bilanz 2010 angesichts fehlerhafter Unterlagen und Informationen versagt.

Allerdings ist der soeben vorgelegte Quartalsbericht Januar bis September 2011 auch kein Ruhmesblatt. Er trägt einen Warnhinweis des neuen Wirtschaftsprüfers auf Bestandsrisiken wegen der besonderen Finanzlage. Der Vorstand teilt selbst mit, dass bis Juni etwa 100 Mio. Euro über eine Anleihe in die Kasse kommen müssen - sonst sei der Geschäftsbetrieb gefährdet. Das Geld werde für die Ablösung auslaufender Anleihen und die Bezahlung von Immobilienkäufen benötigt. Notfalls müssten bestehende Anleihen verlängert werden, heißt es.

JK Wohnbau
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
verkaufen
Risiko
hoch
WKN
A1E8H3
Börsenwert
164,32 Mio €
KGV 12e
25,16
Aktueller Kurs
4,25 €
Kurs Erscheinungstag
4,90 €
Veränd. z. Vortag
-3,41 %

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JK Wohnbau muss damit eineinhalb Jahre nach dem Börsengang den Kapitalmarkt anbetteln, um zu überleben. Bislang haben die Banken Kredite noch nicht gekündigt, heißt es. Zwar hat die Firma rund ein Jahr lang keine Quartalsberichte vorgelegt und somit gegen Börsenregeln verstoßen. Zudem wurde im Geschäftsbericht 2010 auf zahlreiche bilanzielle Ungereimtheiten hingewiesen.

Dennoch geht der zur Hälfte neu besetzte Zwei-Mann-Vorstand nicht davon aus, dass deswegen Aktionäre oder Dritte Schadenersatz fordern. Der Unternehmensgründer und Ex-Vorstandschef Josef Kastenberger - einst von der CSU München als Vorzeigeunternehmer geehrt - ist nicht mehr im Vorstand, aber noch bedeutender Aktionär.

Wie angespannt die Lage der Immobilenfirma ist, zeigt sich an ein paar Eckzahlen. So war das Eigenkapital Ende September 2011 negativ - es gab also keines mehr. Vor allem wegen hoher Zinsen für Zwischenfinanzierungen und weil Gewinne vorweggenommen wurden, weist der Neunmonatsbericht 2011 bei gut 86 Mio. Euro Umsatz fast 14 Mio. Euro Verlust aus.

Belastend waren gut 17 Mio. Euro Finanzierungskosten, etwa für Kredite und Mezzanie-Kapital, als einer Mischform als Eigen- und Fremdkapital. Diese vergleichweise hohen Finanzierungskosten würden auch 2012 belasten, heißt es. Zumindest für das vierte Quartal 2011 wird ein positives Ergebnis in Aussicht gestellt. Am 23. März ist Hauptversammlung - dann erfolgt vermutlich eine Abrechnung der Aktionäre mit der Verwaltung, nachdem der Kurs von acht Euro je Aktie beim Börsengang auf aktuell rund fünf Euro abgesackt ist.

 


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
JK Wohnbau DE000A1E8H38.DE 4,25 -3,41 %  Detailinformationen

 

© 2012 ftd.de

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