Anlagenbauer Heidelberger Druck vor großen Herausforderungen
[08:55, 08.02.12]
Der weltgrößte Druckmaschinenbauer bedauert, dass der kleinere Konkurrent Manroland weiter in der Branche mitmischt. Die Hoffnungen ruhen nun auf der Branchenmesse Drupa.
Die Zerschlagung und Fortführung von Manroland in zwei getrennten Unternehmen sei die "zweitbeste Lösung", sagte Heidelberger-Druck-Chef Bernhard Schreier am Dienstagabend. Die "beste Lösung" wäre laut Schreier gewesen, wenn Manroland aus dem mit Überkapazitäten kämpfenden Markt verschwunden wäre. Heidelberger Druck könne mit der Fortführung von Manroland jedoch leben, der seit langem harte Wettbewerb in der Branche könne sich auch mit den neuen Eigentümern kaum noch weiter verschärfen.
Von der der im Mai stattfindenden Branchenmesse Drupa verspricht sich Heidelberger Druck Rückenwind beim Auftragseingang, obwohl in der 60-jährigen Geschichte der Messe die wirtschaftlichen Rahmendaten noch nie so schlecht wie derzeit gewesen seien. "Wir rechnen mit Zuwächsen beim Auftragseingang durch die Drupa", sagte Schreier, ohne weitere Details zu nennen.
Nachhaltiger Gewinn erst 2013/14
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (31. März) schrieb Heidelberger Druck nach Steuern mit 14 Millionen Euro erneut rote Zahlen, vor Jahresfrist waren zehn Millionen Euro Gewinn angefallen. Der Umsatz schrumpfte in den Monaten Oktober bis Dezember binnen Jahresfrist um acht Prozent auf 631 Millionen Euro, der Auftragseingang um sechs Prozent auf 642 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr hatte Heideldruck ursprünglich ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis in Aussicht gestellt, dieses Ziel aber in den vergangenen Monaten wegen der schwachen Erholung der Absatzmärkte fallenlassen. Es sei mit einem "spürbar verbesserten operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen" zu rechnen, bekräftigte der Vorstand. Nachhaltige Gewinne sind erst im übernächsten Geschäftsjahr 2013/14 zu erwarten. Bis dahin will Heideldruck die Belegschaft abermals zusammenstreichen, um die Kosten zu senken und die Gewinnschwelle zu drücken.
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