Im TecDAX-Segment steigen die Papiere von
Nordex am Nachmittag in die Favoritenliste auf. Frische Zahlen zum Auftragseingang sorgen für den nötigen Rückenwind. Liefert auch der Chart grünes Licht?
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Überraschung am Nachmittag: Mit
Nordex rangiert am Nachmittag ein Wert weit oben in der Gewinnerliste der Technologiewerte, die dort in den vergangenen Monaten eher selten anzutreffen waren. Die Aktien steigen um gut 3,7 Prozent auf 4,07 Euro.
Grund für die kräftigen Kurszuwächse sind überraschend erfreuliche Daten zur Geschäftsentwicklung in 2011. Nach Angaben der Hamburger legte das Neugeschäft im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro zu. Vor allem das vierte Quartal lässt
Nordex, aber auch die Branche hoffen. Der Windanlagenbauer zog Aufträge für rund 400 Mio. Euro an Land. Ursprünglich hatte der Konzern für 2011 ein Wachstum von lediglich 20 Prozent auf eine Mrd. Euro angesteuert. Für das Gesamtjahr 2011 ergibt sich damit eine Steigerung um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Anders als von vielen erwartet, hielten sich auch die Investoren aus Europa trotz der Schuldenkrise nicht zurück. Knapp drei Viertel der Orders seien aus europäischen Ländern gekommen, 21 Prozent aus dem lange schwächelnden US-Markt, der 191 Millionen Euro allein im Abschlussquartal beisteuerte.
Händler äußerten sich sehr zufrieden: „Bei
Nordex sieht es gut aus für 2012“, kommentierte Markus Huber von ETX Capital. Das Unternehmen habe die eigenen Ziele für das vergangene Jahr deutlich übertroffen und insbesondere von der jüngsten Wachstumsbeschleunigung in den USA profitiert, wo die Neuaufträge deutlich zugenommen hätten. „Das sollte es
Nordex ermöglichen, zumindest teilweise einer möglichen weiteren Verlangsamung des Geschäfts in Europa entgegenzuwirken.“
Deutliche Underperformance
Anleger sollten die guten Zahlen aber nicht überbewerten, denn entscheidend ist, was unter dem Strich übrig bleibt. Die Branche leidet unter Kampfpreisen von überwiegend chinesischen Konkurrenten, steigenden Personalkosten und hohen Kapital-Anforderungen beim kostspieligen Bau von Windparks auf See. Zusammen mit den hohen Überkapazitäten sehen sich Unternehmen wie
Nordex, Vestas, Gamesa und
Repower einem hohen Preis- und Margendruck ausgesetzt. Erst vor rund einer Woche schockte der weltgrößte Windturbinenbauer Vestas mit seiner Ankündigung, 2011 in die roten Zahlen geraten zu sein.
Die eher trüben Aussichten schlagen sich auch in der Performance nieder. Auf Sicht von sechs Monaten notiert die Vestas-Aktie mehr als 50 Prozent im Minus. Nordex-Papiere haben in diesem Zeitraum rund 35 Prozent verloren, während der TexDAX 20 Prozent tiefer notiert. Das gleiche Bild ergibt sich auch in der Ein-Monats und Ein-Jahres-Betrachtung.
Anleger sollten die Papiere wegen der Margenproblematik weiter meiden. Auch von Seiten der Charttechnik ist der Aufwärtsspielraum begrenzt. Zuletzt erwies sich bereits die Marke von 4,60 Euro als zu große Herausforderung. Erst darüber wird es wieder spannender für den Wert.
Charts:
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