Am Donnerstag legt die Commerzbank die Zahlen für das vierte Quartal und damit auch das Jahresergebnis auf den Tisch. Die Experten der Deutschen Bank trauen dem Konkurrenten viel zu. Anleger sollten aber nicht nur die Zahlen beachten.
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Die Tochter Eurohypo mit ihren milliardenschweren Staatsanleihen und der Kauf der Dresdner Bank nur zwei Wochen vor dem Höhepunkt der Finanzkrise setzten der Commerzbank nicht nur schwer zu, sondern trieb sie auch in die Arme des Staates. Seitdem klebt das Etikett "teilverstaatlicht" wie Pech an dem Institut – obwohl Berlin seine Beteiligung am liebsten so schnell wie möglich abstoßen würde. "Der Bund will kein Banker sein. Die Beteiligung von 25 Prozent an der Commerzbank ist nicht auf Dauer angelegt", sagt der stellvertretende FDP-Fraktionschef und Finanzexperte Volker Wissing. "Ziel ist, dass sich die Commerzbank unabhängig am Markt behaupten kann." Commerzbank-Chef Martin Blessing wird über eine längerfristige Staatsbeteiligung von 25 Prozent insgeheim sicher wenig haben. Denn so lange die Commerzbank dem Staat gehört, wird es auch keine Übernahmeversuche geben. Mit einem vergleichsweise mageren Börsenwert von derzeit rund elf Mrd. Euro wäre eine Übernahme der Commerzbank für höher kapitalisierte Institute wie die spanische Santander theoretisch durchaus möglich.
Anleger, die zu früh eingestiegen sind, sitzen inzwischen auf heftigen Verlusten. Wer im Überschwang der Fusion mit der Dresdner Commerzbank-Papiere gekauft und sie seither nicht angefasst hat, sitzt auf Buchverlusten von 87 Prozent. Gegenüber der Doppel-Kapitalerhöhung im Frühjahr 2011 notiert der Kurs inzwischen rund gut zwei Drittel tiefer. Der Blick kann daher nur nach vorne gerichtet sein. "Die neue Commerzbank wird in fünf Jahren eine wesentlich kleinere - und langweiligere - Bank sein", sagt ein anderer Fondsmanager, der seinen Bestand an Commerzbank-Aktien zum größten Teil abgestoßen hat. "Ein stabiles Firmen- und Privatkundengeschäft, ein bisschen Gewerbe-Immobilien. Damit kann man keine großen Sprünge machen, aber man kann gut überleben“ – meint ein Investmentbanker. Im Mittelstandsgeschäft ist die Commerzbank bereits sehr gut aufgestellt. Das Haus ist mit einem Volumen von 124 Milliarden Euro der größte Kreditgeber des Mittelstandes - mit einigem Abstand vor der Deutschen Bank. Im Privatkundengeschäft ist noch deutlich Luft nach oben. Um hier die gewünschten Milliarden zu scheffeln, müsste die Commerzbank rund 90 Euro mit jedem der elf Millionen Privatkunden in Deutschland verdienen. Derzeit sind es nur 24 Euro.
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