Am morgigen Donnerstag präsentiert der Display-Spezialist
Balda seine Halbjahreszahlen. Anleger, die aufgrund der jüngsten Kursgewinne auf positive Ergebnisse spekulieren wollen, sollten sich besser in Zurückhaltung üben. Die Bilanz könnte bei zu viel Euphorie für Ernüchterung sorgen.
Nach einer größeren Korrektur lief der Aktienkurs des Displayspezialisten
Balda zuletzt wieder zügig gen Norden. Vom Tief im Mai bei knapp zwei Euro hat das Papier innerhalb weniger Wochen um rund 75 Prozent zugelegt. Einige Anleger spekulieren nach den guten Zahlen von Samsung, Motorola und Sony offensichtlich auch bei
Balda auf eine positive Entwicklung im operativen Geschäft. Doch die Zahlen für das erste Halbjahr, die der SDAX-Konzern am Donnerstag vorlegen will, könnten für Ernüchterung sorgen.
Nachdem die Firma bereits im ersten Jahresviertel operativ wenig überzeugen konnte, dürfte das Unternehmen auch im Folgequartal noch nicht richtig in Tritt gekommen sein. Wir gehen zwar davon aus, dass
Balda dank der Beteiligung an der asiatischen Tochtergesellschaft TPK unter dem Strich ein positives Ergebnis ausweisen wird, operativ rechnen wir allerdings mit Rückschlägen. Vor allem im Kerngeschäft Mobilecom dürfte der harte Wettbewerb im Mobilfunkgeschäft zu anhaltend hohem Preisdruck geführt und
Balda im operativen Ergebnis Verluste beschert haben. Auch beim Umsatz rechnen wir mit einem Rückgang.
Da der Kunststoff-Spezialist allerdings traditionell in der zweiten Jahreshälfte stärker wächst als im ersten Semester, ist davon auszugehen, dass der Vorstand die bisherige Jahresprognose trotz der anhaltenden operativen Schwäche zunächst bestätigen wird. Doch der Erfolgsdruck wird in den kommenden Monaten zunehmen. Spätestens im dritten Quartal muss sich das Blatt zum Positiven wenden, damit die angepeilten Ziele erreicht werden können.
Balda erwartet bislang eine zweistellige Umsatzsteigerung von zehn bis 15 Prozent bei gleich bleibendem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit).
BÖRSE ONLINE rät Neueinsteigern im Vorfeld der Zahlen von Käufen ab. Werden die Erwartungen des Marktes enttäuscht, könnte der Aktie nach der jüngsten Kursrally kurzfristig Rückschläge drohen. Interessierte Käufer, die langfristig orientiert anlegen wollen, legen sich daher mit einem Abstauberlimit um drei Euro auf die Lauer und sichern Bestände nach dem Einstieg mit einem Stoppkurs knapp unterhalb von 2,50 Euro ab. Anleger, die bereits investiert sind, können die Aktie halten und Depotpositionen ebenfalls auf diesem Stoppkursniveau absichern.
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