Das milde Winterwetter in Europa sowie die boomende Bautätigkeit in den Wachstumsregionen Asien und Afrika verhalfen HeidelbergCement 2011 zu einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Zudem profitierte der größte deutsche Baustoffkonzern von den Vorbereitungen der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Auch setzte sich die Erholung in den Industriestaaten Nordamerikas und Europas nach Durchschreiten des Tiefpunkts der Krise im Jahr 2010 fort.
"Wir sind zufrieden, dass wir unser Ziel erreicht haben, Umsatz und operatives Ergebnis trotz des enormen Anstiegs der Energiekosten zu Beginn des Jahres zu steigern", sagte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag. Im Gesamtjahr setzte HeidelbergCement 12,9 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von 9,7 Prozent. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen verbesserte sich um 3,6 Prozent auf 2,32 Milliarden Euro. Zum Ergebnisanstieg trugen auch weitere Einsparungen bei. Die operativen Margen gingen im Gesamtjahr zurück, da der deutliche Anstieg der Energiepreise nur teilweise durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden konnte, wie der Konzern erklärte. Den vollständigen Bericht für 2011 will Heidelbergcement am 15. März veröffentlichen. Der französische Konkurrent Lafarge will am 17. Februar Zahlen für 2011 bekannt geben.
Die berichteten Zahlen hätten leicht über den Erwartungen gelegen, schrieb DZ-Bank-Analyst Marc Nettelbeck. Enttäuschenderweise habe die Gesellschaft aber keine Aussagen zu den Erwartungen für das Geschäftsjahr 2012 gemacht. Insgesamt sei dies zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr jedoch nicht ungewöhnlich für das HeidelbergCement-Management. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Aktien.
Damit dürfte sich die erfreuliche Entwicklung der Papiere fortsetzen. Auf Sicht von sechs Monaten kletterte der Titel um rund 20 Prozent und entwickelte sich damit besser als der DAX, der im gleichen Zeitraum um gut 17 Prozent zulegte. Auch charttechnisch lohnt sich der Blick: Nach dem Anstieg über das Oktober-Hoch bei 35 Euro steht die Aktie nun vor der runden Schwelle von 40 Euro. Wird dank der guten Zahlen auch dieser Widerstand genommen und damit ein Kaufsignal generiert, reicht das Potenzial bis 45 Euro.
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