Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer muss erneut einen herben Dämpfer vor Gericht einstecken. Beim lukrativen Verhütungsmittel Yasmin drohen nun deutlich geringere Umsätze.
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Nach den deutlichen Gewinnen in den vergangenen Handelstagen dürfte es für die Papiere von Bayer am Freitag zunächst Richtung Süden gehen. Grund sind schlechte Nachrichten aus den USA: Der Leverkusener Konzern hat in den USA einen Rückschlag im Patentstreit um sein lukratives Verhütungsmittel Yasmin erlitten. Ein Gericht wies am Donnerstag einen Antrag des deutschen Pharmakonzerns zurück, dem US-Rivalen Watson Pharmaceuticals für einen längeren Zeitraum zu untersagen, die Zulassung für eine Generika-Version des Medikaments zu beantragen. Richter Paul Gardephe zufolge läuft das bestehende 30-tägige Verbot damit am 4. September aus. Nach Angaben von Bayer verletzt die von Watson vorgelegte Yasmin-Nachahmervariante Patente des Leverkusener Unternehmens.
Mit der Produktfamilie um Yasmin fuhr Bayer im vergangenen Jahr weltweit insgesamt Umsätze von 1,28 Milliarden Euro ein. Damit war sie die zuletzt umsatzstärkste Medikamentengruppe der Pharmasparte.
Kunststoffsparte bleibt auf Kurs
Bereits im Juli gab es schlechte Nachrichten für die Aktionäre. Nach dem unerwarteten Markteintritt eines generischen Wettbewerbers in den USA für die Verhütungspille YAZ sei 2010 bei HealthCare währungs- und portfoliobereinigt ein leichtes Umsatzplus zu erwarten, teilte der Konzern im Sommer mit. Zuvor lag die Messlatte bei einem Plus von rund drei Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sollte zumindest auf dem Niveau des Vorjahrs liegen. Auch für das Agrargeschäft zeigte sich Bayer skeptischer.
Nur im Kunststoffgeschäft laufen die Geschäfte besser als erwartet. "MaterialScience hat die Krise hinter sich gelassen", sagte Konzernchef Wenning vor wenigen Wochen. Die bisherige Planung, die Umsätze 2010 in der Größenordnung von 20 Prozent zu steigern und das EBITDA vor Sondereinflüssen mehr als zu verdoppeln, sei aus heutiger Sicht "konservativ".
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