Der Halbleiterspezialist profitiert vom Boom bei Smartphones und Tablet-PCs. Das Unternehmen erzielte 2011 einen Rekorderlös und forciert seinen Wachstumskurs. Anleger sollten aufhorchen.
Dialog Semicond
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Anleger haben am Mittwoch mit Verkäufen auf die neuen Geschäftszahlen des Chipherstellers Dialog Semiconductor reagiert. Die Aktie fiel im Tec-DAX zwischenzeitlich um fast sechs Prozent auf 15,54 Euro. Das im schwäbischen Kirchheim ansässige Unternehmen verfehlte trotz kräftiger Zuwächse die Börsenerwartungen. „Die Erwartungen an Dialog sind extrem hoch, da reichen gute Zahlen allein nicht mehr“, sagte ein Händler der Nachrichtenagentur Reuters.
Im Geschäftsjahr 2011 stieg der Umsatz um 78 Prozent auf ein Rekordniveau von 527 Mio. Dollar. Das operative Ergebnis legte um 36 Prozent auf 62 Mio. Dollar zu. Der Nettogewinn kletterte um 32 Prozent auf 56 Mio. Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Reingewinn von 59,8 Mio. Dollar gerechnet.
Im vergangenen Jahr profitierte Dialog vor allem von der starken Nachfrage nach energiesparenden Steuerungselementen für mobile Endgeräte. Zudem gab die Übernahme des Wettbewerbers SiTel neue Impulse. Mit der Akquisition fasst Dialog im Markt für schnurlose Festnetztelefone und Kurzstrecken-Funktechnik Fuß.
Analysten raten zum Kauf
Experten empfehlen die Aktie trotz der verfehlten Erwartungen zum Kauf. Neben Analysten von Jefferies und der DZ Bank plädiert auch Stefan Manke von National-Bank Research für eine Investition in das Unternehmen. Die Strategie, dass Dialog seit dem vierten Quartal 2011 seine Produkte nicht mehr nur in Apples iPhone, sondern auch Smartphones des taiwanesischen Konkurrenten Samsung integriere, reduziere „erfreulicherweise“ die Abhängigkeit von dem US-Konzern. „Entsprechend werten wir die Aussage einer im Jahresverlauf wieder steigenden Bruttomarge als positives Zeichen.“
Im Schlussquartal 2011 hatte die Bruttomarge unter den gestiegenen Materialkosten, dem Preiskampf bei Smartphones und Tablet-PCS und Lieferengpässen in der Halbleiterproduktion gelitten – und lag daher mit 36,5 Prozent deutlich unter den erwarteten 40,4 Prozent. Daher konnte Dialog auch nicht das erwartete operative Ergebnis erreichen.
Im ersten Quartal 2012 bleibt die Marge nach Angaben von Dialog zwar noch auf einem niedrigen Niveau. Der vom Vorstand geplante Umsatz im gleichen Zeitraum dürfte jedoch mit 160 bis 166 Mio. Dollar deutlich über den 99 Mio. Dollar des Vorjahresquartals und im Rahmen der Markterwartungen liegen, so Manke. Der Erlös impliziere eine Steigerung von über 60 Prozent, „so dass sich trotz Margenschwäche auch deutliche Ergebnisverbesserungen ergeben sollten.“
Vorstand will bis 2015 den Umsatz verdoppeln
Dialog-Chef Jalal Bagherli kündigte zwar an, bis auf weiteres keine Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Anleger sollten sich davon jedoch nicht abschrecken lassen, denn die Unternehmensführung will das Geld in neue Produkte stecken, um im Markt für Smartphones, Notebooks und Ultrabooks zu expandieren - und das verspricht steigende Aktienkurse. Alle drei Segmente boomen so stark, dass Bagherli bis 2015 dem Umsatz von Dialog auf rund eine Mrd. Dollar verdoppeln steigern will.
Ob Dialog dieses Ziel wirklich erreichen wird, kann man noch nicht abschätzen. Dennoch befindet sich Dialog Semiconductor aus Sicht von BÖRSE ONLINE klar auf Wachstumskurs. Ein Ende des Booms bei Smartphones und Tablet-PCs ist noch nicht in Sicht – zumal besonders der Mobilfunkmarkt in China noch starkes Potenzial hat. Wir empfehlen die Aktie daher zum Kauf.
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