Der Versicherer ist auch deswegen gut durch die Krise gekommen, weil er die marode Dresdner Bank an die
Commerzbank verkauft hat. Jetzt reduziert die
Allianz ihren Anteil an dem Finanzhaus. Berlin schäumt.
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Oppositionspolitiker haben am Mittwoch harsche Kritik an dem Rückzug des Versicherers
Allianz aus der
Commerzbank geübt. "Diese verantwortungslose Art sich vom Acker zu machen ist beschämend", sagte Carsten Schneider, haushaltspolitischer Sprecher der SPD, der FTD. Der Bund habe durch seine Stabilisierungsmaßnahmen wesentlich dazu beigetragen, dass die Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes gewährleistet wurde. Davon hätten alle Finanzmarktakteure profitiert. "Nicht nur deshalb hätte ich erwartet, dass die
Allianz es als ihre Pflicht ansieht, sich bei der Konsolidierung der
Commerzbank als Ankeraktionär auch weiter zu beteiligen", so Schneider.
Auch Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen, übte Kritik. "In der ganzen Affäre um die Dresdner Bank und
Commerzbank ist die
Allianz ökonomisch gut weggekommen zulasten des Steuerzahlers. Sie ist große Risiken losgeworden und hat einen geringen Kapitalschnitt in Kauf genommen", sagte er der FTD.
Die
Commerzbank hatte am Mittwoch ad hoc gemeldet, dass die
Allianz ihren Anteil an der Bank auf unter fünf Prozent reduziert hat und nun noch 4,85 Prozent besitzt. Noch Ende 2010 hatte sie mehr als 10 Prozent gehalten. Die Kritik keimt vor allem deswegen auf, weil die
Allianz auch deswegen gut durch die Finanzkrise gekommen war, da sie ihre marode Tochter Dresdner Bank 2008 an die
Commerzbank verkauft hatte - die dann vor allem wegen dieser Akquisition mit 18,2 Mrd. Euro vom deutschen Steuerzahler gerettet werden musste.
In Finanzkreisen hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, die Übernahme sei durch politischen Druck zustande gekommen: Die damalige schwarz-rote Bundesregierung habe verhindern wollen, dass die Finanzkrise von den Banken auf die Versicherer überspringt und deswegen die
Commerzbank im Herbst 2008 gedrängt, der
Allianz die mit riskanten Wertpapieren vollgeladene Dresdner Bank abzunehmen und nicht vom Kauf zurückzurudern. Diese Spekulationen ließen sich jedoch nie belegen.
Die Dresdner Bank hatte 2008, dem letzten Jahr mit eigenem Geschäftsbericht, einen Verlust von 6,3 Mrd. Euro ausgewiesen.
Commerzbank und
Allianz hatten im September 2008 die Transaktion verkündet; damals hieß es, die
Allianz werde mit über 25 aber unter 30 Prozent größter einzelner Aktionär und wichtiger Ankeraktionär bleiben.
Nach der Teilverstaatlichung der
Commerzbank Anfang 2009 hielt die
Allianz noch etwa 13 Prozent. Der Versicherer ist exklusiver Vertriebspartner der
Commerzbank - ganz offensichtlich aber dennoch nicht bereit, weiter in das Unternehmen zu investieren. Grund für die Verwässerung ist, dass die
Allianz nicht voll bei der derzeit in zwei Schritten laufenden Kapitalerhöhung der Bank über 11 Mrd. Euro mitzieht.
Offenbar geht die
Allianz auch etwas weiter mit der Beteiligung herunter, als mit der
Commerzbank abgesprochen war: Im April hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing gesagt, die
Allianz werde künftig fünf bis sechs Prozent halten.
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