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Conergy Gläubigerstreit gefährdet Solarfirma

[08:38, 16.07.10]

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Der Solarzellenbauer steht vor der Zerreißprobe: Nach dem Ausstieg einzelner Banken ist das Kreditkonsortium über die künftige Kapitalstruktur des Hamburger Konzerns tief entzweit.


 
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Die Zeit drängt: Bei  Conergy wird Ende Juli ein Kredit über 250 Millionen Euro zur Rückzahlung fällig - und damit der größte Teil der ausstehenden Schulden. Insgesamt stand der Konzern, der im ersten Quartal 150 Millionen Euro umsetzte, Ende März mit 341 Millionen Euro bei den Banken in der Kreide, nach Abzug der Liquidität betrugen die Nettoschulden 262 Millionen Euro. Einigen sich die Geldgeber bis Ende des Monats nicht, steht  Conergy vor der Insolvenz. "Jetzt beginnt das Spiel mit der Angst", sagte ein beteiligter Banker.

Auslöser der Unruhe ist der Einstieg des Hedge-Fonds York Capital in das Kreditkonsortium Anfang der Woche. Nach FTD-Informationen hatten  Société Générale (SocGen) aus Frankreich und die britische  Barclays dem Investor ihre Schuldtitel zu einem Abschlag von 70 bis 80 Prozent verkauft. Dabei habe die  Deutsche Bank als Makler agiert, hieß es von mehreren Beteiligten. Deren Investmentbanker haben in London die Kredite aufgekauft und an York weitergereicht. Die Bank kommentierte die Informationen nicht.

Sein Sanierungskurs immerhin beginnt allmählich zu greifen: Im ersten Quartal 2010 überschritt  Conergy zumindest operativ die Gewinnschwelle, mit einem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 7,3 Millionen Euro. Insgesamt aber fiel ein Verlust an, die Eigenkapitalquote schrumpfte weiter auf 14,8 Prozent.

Ein Ausstieg wie der von  SocGen und  Barclays gilt unter Gläubigerbanken grundsätzlich als Affront, weil er in der Regel die gemeinsame Interessenlage des Konsortiums zerstört und die Verhandlungen damit erschwert. Durch den niedrigen Einstiegspreis hat York in den Verhandlungen deutlich weniger zu verlieren als die restlichen Banken und kann entsprechend forscher verhandeln.

Der US-Investor strebt eine Wandlung seiner Schulden in Aktien an (Debt-to-Equity-Swap). Er würde dann für einen deutlich niedrigeren Preis denselben Anteil erhalten wie eine Bank, die seit Beginn der Konzernkrise Geldgeber ist. Zwar hatte das Konsortium vor dem Einstieg von York ebenfalls eine Umwandlung diskutiert. Fraglich ist nun aber, ob sich genügend Banken finden, die York die Übernahme einer solchen Machtposition zum Discountpreis durchgehen lassen. "Das wäre ein fatales Signal für andere ähnliche Situationen", sagte ein beteiligter Banker.


 

© 2010 ftd.de

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