Mit einem deutlich zuversichtlicheren Geschäftsausblick hat der Autozulieferer
Continental
die Chancen seiner geplanten Anleihe bei Investoren verbessert. Er
traue sich nach einer guten ersten
Jahreshälfte im Gesamtjahr ein
deutliches Umsatzplus und eine
Steigerung der operativen Gewinnmarge
zu, teilte der hochverschuldete
Konzern mit.
In den ersten sechs Monaten sei
der Umsatz nach vorläufigen Zahlen
um ein Drittel auf
12,5 Mrd. Euro gestiegen – von
9,1 Mrd. Euro ein Jahr zuvor. Der
bereinigte operative Gewinn (Ebit)
werde auf dieser Basis bei mindestens
1,2 Mrd. Euro liegen und damit
mehr als vier Mal so hoch wie vor
einem Jahr. Für das Gesamtjahr
peilt der Vorstand nun an, den Umsatz
von 20,1 Mrd. Euro um rund
15 Prozent zu steigern. Die bereinigte
operative Rendite (Ebit-Marge)
werde auf 8,0 bis 8,5 Prozent zulegen.
Im Vorjahr betrug sie 5,8 Prozent.
Die Conti-Aktie drehte nach
der Mitteilung ins Plus und war mit
einem Anstieg um 1,9 Prozent einer
der größten Gewinner im Nebenwerteindex
MDAX.
Informierten Personen zufolge
will der Reifenhersteller – der mit
gut 8 Mrd. Euro verschuldet ist und
von dem fränkischen Wälzlagerhersteller
Schaeffler kontrolliert
wird – höchstwahrscheinlich in wenigen
Tagen die schon mehrmals
verschobene Hochzinsanleihe begeben.
Die Banken dringen schon
seit Längerem darauf, dass Conti einen
Teil seiner Kredite durch eine
Anleihe refinanziert und die Rückzahlung
der Verbindlichkeiten
streckt.
Auf dem Konzern lastete Ende
März ein Schuldenberg von
8,2 Mrd. Euro. Das Unternehmen
hatte für die Übernahme der Siemens-
Autoelektroniktochter VDO
vor einigen Jahren mehr als
10 Mrd. Euro an Krediten aufgenommen.
Anfang des Jahres hatte
Conti durch eine Kapitalerhöhung
einen Teil eines 3,5-Mrd.-Euro-Kredits
abgelöst, der im August fällig
geworden wäre. Der Rest wurde bis
2012 verlängert.
Das genaue Volumen des anstehenden
Milliardenbonds ist unklar.
In Bankenkreisen war vor einigen
Tagen noch die Rede von bis zu
1,5 Mrd. Euro.
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