In Pritzwalk in Brandenburg schlagen die Wellen hoch. Dort îst ein Biodieselhersteller zu Hause, dessen Aktien in Zeiten des Ökosprithypes einmal mehr als 20 Euro kosteten. Heute notiert das Papier bei weniger als einem Euro. Mehr noch als die Kursverluste schockieren die Vorgänge hinter den Kulissen. Die ehemaligen Vorstände Karl-Wilhelm Giersberg und Sven Schön sollen nämlich ihre Pflichten verletzt haben. Das Unternehmen fordert nun Schadenersatz.
Darüber hinaus leitet der amtierende Vorstand eine Untersuchung gegen das Kontrollgremium ein. „Die Gesellschaft geht inzwischen davon aus, dass auch gegenüber Aufsichtsratsmitgliedern Schadenersatzansprüche bestehen und wird die notwendigen Schritte einleiten“, ist in einer Presseinformation zu lesen.
Die Vorwürfe betreffen die Tochter ABID in Österreich und die Beteiligung an BHC in Lettland. Dabei soll ein Schaden von 5,9 Millionen Euro entstanden sein. Bei der ABID sollen Darlehen nicht ordnungsgemäß vergeben, Zustimmungsvorbehalte nicht beachtet und eine Kapitalerhöhung ohne hinreichende Prüfung gezeichnet worden sein. Zudem gebe es Anhaltspunkte, dass Giersberg und Schön sowie Aufsichtsratsmitglieder ABID-Aktien an EOP Biodiesel verkauft hätten, „als sich die ABID längst in der Krise befunden hat“. Die BHC-Beteiligung sei „nach vorliegenden Beurteilungen“ ohne detaillierte Prüfung (Due Diligence) gekauft worden. Ein ungesichertes Darlehn habe EOP abschreiben müssen.
Derweil verschiebt EOP die für den 10. März anberaumte Hauptversammlung. Das neue Datum steht noch nicht fest. Angestrebt wird ein Termin im Mai. Schon jetzt lässt sich absehen, dass es auf dem Treffen hoch hergehen wird. Den Ex-Vorständen Schön und Giersberg und dem Aufsichtsrat soll nunmehr die Entlastung versagt werden.
Trotz der Turbulenzen legt der Aktienkurs heute kräftig um zwölf Prozent zu. Der Grund: Die Banken haben die Betriebsmittelfinanzierung bis Ende November verlängert. Zudem hebt das Management hervor, das sich das operative Geschäft positiv entwickle. Die Produktion für 2010 sei nahezu komplett verkauft.
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