Das Emirat könnte bis zu 15 Prozent am Flugzeug- und Rüstungshersteller erwerben - der deutsche Einfluss wäre dahin. Denn Großaktionär Daimler will bis Jahresende raus sein.
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Um die künftige deutsche Beteiligung am Luftfahrtkonzern EADS entwickelt sich ein industriepolitischer Machtkampf. Dabei geht es um die Frage, wer beim angekündigten Ausstieg von Daimler zunächst 7,5 Prozent und damit die Hälfte der zurzeit direkt gehaltenen EADS-Kapitalanteile übernimmt sowie weitere 7,5 Prozent, die der Autokonzern bereits 2007 an ein Konsortium aus Banken und Bundesländern verkaufte. Der Chef des Staatsfonds von Katar befeuerte am Dienstag die Spekulationen über einen EADS-Einstieg des Emirats. Damit würden aber die Daimler-Anteile an EADS aus Deutschland in den Wüstenstaat wandern.
Wie Ahmed Mohammed al-Saijid auf einer Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Industrie in Berlin sagte, möchte der Staatsfonds seine Stellung in Deutschland durch weitere Investitionen stärken. Zwar nannte er nicht explizit EADS, doch gab es jüngst im Wirtschaftsministerium darüber Gespräche, in die Daimler nicht eingebunden war. Der Staatsfonds ist bereits bei Volkswagen, Porsche und Hochtief engagiert - und beim privaten französischen EADS-Miteigentümer Lagardère. Das Interesse von Katar an EADS ist industriepolitisch brisant, weil damit das bisher ausgewogene deutsch-französische Aktionärsverhältnis bei EADS ausgehebelt würde. Letztlich könnte Frankreich im Zusammenspiel mit Katar bei EADS die Macht übernehmen.
Noch hält Daimler direkt insgesamt 15 Prozent an EADS. Wie es heißt, dringt der Autokonzern bei der Regierung auf eine Grundentscheidung bis Jahresende. Entweder gehen die jetzt zum Verkauf gestellten Anteile an den deutschen Staat oder an einen privaten Investor aus der Industrie oder dem Finanzsektor. Obwohl von Siemens bis ThyssenKrupp schon alle deutschen Top-Adressen angesprochen wurden, hat bislang niemand zugesagt.
Wie es heißt, plädiert der Stuttgarter Konzern daher für den Staatseinstieg. Nach der Daimler-Auffassung ist das Quasi-Ultimatum ein Zugeständnis an die Regierung. Dem Staat werde die Chance gegeben, durch einen Einstieg, eventuell über die KfW-Bank, das deutsch-französische Gleichgewicht zu bewahren. Andernfalls könnte Daimler die Aktien über die Börse verkaufen.
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