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Einstieg beim Luftfahrtkonzern Katar greift nach EADS-Anteilen

[08:35, 28.09.11]

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Das Emirat könnte bis zu 15 Prozent am Flugzeug- und Rüstungshersteller erwerben - der deutsche Einfluss wäre dahin. Denn Großaktionär  Daimler will bis Jahresende raus sein.


EADS
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
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Risiko
mittel
WKN
938914
Aktueller Kurs
28,19 €
Kurs Erscheinungstag
21,36 €
Veränd. z. Vortag
1,48 %

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Um die künftige deutsche Beteiligung am Luftfahrtkonzern  EADS entwickelt sich ein industriepolitischer Machtkampf. Dabei geht es um die Frage, wer beim angekündigten Ausstieg von  Daimler zunächst 7,5 Prozent und damit die Hälfte der zurzeit direkt gehaltenen EADS-Kapitalanteile übernimmt sowie weitere 7,5 Prozent, die der Autokonzern bereits 2007 an ein Konsortium aus Banken und Bundesländern verkaufte. Der Chef des Staatsfonds von Katar befeuerte am Dienstag die Spekulationen über einen EADS-Einstieg des Emirats. Damit würden aber die  Daimler-Anteile an  EADS aus Deutschland in den Wüstenstaat wandern.

Wie Ahmed Mohammed al-Saijid auf einer Veranstaltung des Bundesverbands der Deutschen Industrie in Berlin sagte, möchte der Staatsfonds seine Stellung in Deutschland durch weitere Investitionen stärken. Zwar nannte er nicht explizit  EADS, doch gab es jüngst im Wirtschaftsministerium darüber Gespräche, in die  Daimler nicht eingebunden war. Der Staatsfonds ist bereits bei  Volkswagen,  Porsche und  Hochtief engagiert - und beim privaten französischen EADS-Miteigentümer Lagardère. Das Interesse von Katar an  EADS ist industriepolitisch brisant, weil damit das bisher ausgewogene deutsch-französische Aktionärsverhältnis bei  EADS ausgehebelt würde. Letztlich könnte Frankreich im Zusammenspiel mit Katar bei  EADS die Macht übernehmen.

Noch hält  Daimler direkt insgesamt 15 Prozent an  EADS. Wie es heißt, dringt der Autokonzern bei der Regierung auf eine Grundentscheidung bis Jahresende. Entweder gehen die jetzt zum Verkauf gestellten Anteile an den deutschen Staat oder an einen privaten Investor aus der Industrie oder dem Finanzsektor. Obwohl von  Siemens bis  ThyssenKrupp schon alle deutschen Top-Adressen angesprochen wurden, hat bislang niemand zugesagt.

Wie es heißt, plädiert der Stuttgarter Konzern daher für den Staatseinstieg. Nach der Daimler-Auffassung ist das Quasi-Ultimatum ein Zugeständnis an die Regierung. Dem Staat werde die Chance gegeben, durch einen Einstieg, eventuell über die KfW-Bank, das deutsch-französische Gleichgewicht zu bewahren. Andernfalls könnte  Daimler die Aktien über die Börse verkaufen.


 

© 2011 ftd.de

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