Europas größter Luftfahrt- und Rüstungskonzern
EADS will im weltweiten Krieg gegen Cyberattacken mitmischen. Unter dem Dach der Sicherheitssparte Cassidian soll eine eigene Internetsicherheitsfirma gegründet werden.
EADS
beobachten
Kurs Erscheinungstag
21,30 €
Mehr zum Thema
Aktienanalyser
Die Aktien im Branchen-vergleich:
Klicken Sie hier
Sie möchten weitere Branchen analysieren?
Dann klicken Sie hier
Money-Management
Mit dem Money-Management-Tool von BÖRSE ONLINE handeln Sie wie Profis.
Der für den Börsenerfolg entscheidende Kapitaleinsatz wird blitzschnell
berechnet.
Klicken Sie hier
Ziel ist es, die bisherigen eigenen Aktivitäten zu bündeln und weiter im Markt zuzukaufen. "Wir wollen mehrere Hundert Millionen in den Bereich investieren, wobei ein Großteil für den Aufkauf von Spezialfirmen verwendet werden soll", sagte Cassidian-Chef Stefan Zoller im Vorfeld der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris zur FTD.
Damit will
EADS einen Rückstand in dem weltweit boomenden Sektor aufholen. "Der Sicherheitsmarkt wird in den kommenden Jahren explodieren. Cyber-Crime ist ein Problem, aber Probleme schaffen Märkte", sagte EADS-Chef Louis Gallois. "Amerikaner und Chinesen sind derzeit in Europa dabei, bei den meist kleinen und mittelständischen Firmen einzusteigen. Da dürfen wir nicht zu spät kommen", warnte Zoller. Praktisch alle großen Luftfahrt- und Rüstungsfirmen haben Internetsicherheit zum Topthema gemacht. Spätestens seit dem Angriff des Computerwurms Stuxnet auf iranische Atomanlagen im Jahr 2010 gilt Industriesabotage und -spionage als eine der größten Bedrohungen im Internet. Rüstungskonzerne sind selbst eines der häufigsten Ziele von Spionageangriffen über das Netz. Jüngstes Beispiel ist der US-Verteidigungskonzern
Lockheed Martin, in dessen Netzwerke Ende Mai Hacker eindrangen.

EADS reagiert mit dem angekündigten Ausbau der Netzwerksicherheit allerdings auch auf den Sparkurs vieler europäischer Staaten im Verteidigungsetat. Bislang ist das Geschäft noch relativ klein: Die Rüstungs- und Sicherheitssparte Cassidian trägt derzeit nur rund 5,9 Mrd. Euro zum EADS-Gesamtumsatz von etwa 46 Mrd. Euro bei.
Die geplante neue Firma für Cyber-Security könnte ihren Sitz in Deutschland haben. Cassidian-Chef Zoller deutete an, dass es aus der Politik Rückendeckung für das Vorhaben gebe.
Heute beginnt die internationale Luftfahrtmesse in Le Bourget. Vor allem der Flugzeugbauer Airbus rechnet dort mit einer Auftragsflut. Am Wochenende gab die EADS-Tochter bekannt, dass die Auslieferung der Kurz- und Langversion ihres neuen Hightechfliegers A350 sich um jeweils zwei Jahre verzögert.
Empfehlen