Bei derart starken Zahlen geraten sogar die sonst so zurückhaltenden Schweizer Börsianer aus dem Häuschen. Aber auch heimische Anleger sollten sich den Spezialisten für elektronische Verbindungstechnik einmal genauer anschauen – Huber & Suhner ist ein piekfeines Unternehmen mit einem unglaublichen Aktienchart.
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So eine Nachricht vom Vorstand verschlingt wohl jeder Aktionär gern: „Huber & Suhner hat im ersten Halbjahr einen extremen Wachstumsschub erfahren und die Ertragskraft des Unternehmens auf einen neuen Höchstwert gesteigert.“ Mit Begeisterung reagierten denn auch die Investoren und schickten die Notiz zügig Richtung 40-Euro-Marke. Damit hat der Börsenwert allein in den vergangenen sechs Monaten um mehr als ein Drittel zugelegt.
Die erfolgreichsten sechs Monate der Firmengeschichte lesen sich in Zahlen so: Bei einem Erlösanstieg um 42 Prozent auf knapp 401 Mio. Schweizer Franken (CHF) – umgerechnet rund 308 Mio. Euro – zog das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 154 Prozent auf 56 Mio. CHF an. Dementsprechend steht Huber & Suhner für eine ansehnliche operative Marge von zurzeit 14,1 Prozent. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 45 Mio. CHF stehen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum bewegte sich der Überschuss noch rund 25 Mio. CHF tiefer.
Im Zwischenbericht betont Vorstandschef Urs Kaufmann: „Die wichtigsten Zugpferde waren wie bereits im Vorjahr die Marktsegmente Solar und Bahnen.“ So erlösen die Schweizer mittlerweile mehr als 15 Prozent des Gesamtumsatzes mit der Kunden aus dem Solarsektor. Damit haben die Ökokunden selbst die früher stets wichtigste Mobilfunkbranche abgehängt. Ihre leeren Lager aufgefüllt haben zudem die Abnehmer aus dem Automobilsektor.
Beinahe 52 Prozent der Halbjahreserlöse stammen aus Kabellösungen aus dem Niederfrequenzbereich. „Im ersten Semester erlebte Huber & Suhner im Geschäftsbereich Niederfrequenz einen wahren Boom und setzte historische Bestmarken sowohl bezüglich Wachstum als auch Ertragskraft“, berichtet Kaufmann. Im Sektor Hochfrequenz, der etwa 30 Prozent zu dem Umsätzen beigesteuert hat, „stabilisierte sich die Situation“ nach dem schwierigen Vorjahr. Der kleinste Bereich Fiberoptik entwickelte sich „sehr positiv“ und zeigt sich mit einer operativen Marge von 17,5 Prozent auch die höchste Ertragsstärke.
Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Umsatz von mehr als 760 Mio. CHF und wäre damit wieder oberhalb des Niveaus von 2008. Zwar warnt Kaufmann davor, die Zahlen der ersten sechs Monate einfach auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Dennoch lautet die Zielsetzung ganz selbstbewusst: „Im laufenden Geschäftsjahr strebt Huber & Suhner das bisher beste Betriebsergebnis der Firmengeschichte an.“ Demnach liegt die Messlatte bei rund 85 Mio. CHF aus dem Jahr 2008.
Die Analysten trauen der Gesellschaft sogar eine ziemlich deutliche neue Rekordmarke zu und erwarten für 2010 ein EBIT von rund 98 Mio. CHF. Das Ergebnis je Aktie soll dabei von zuletzt 2,51 CHF auf rund 4 CHF klettern. In etwa dieser Region siedeln die Experten auch den Gewinn je Anteilschein für 2011 an. Umgerechnet entspricht das etwa 3,10 Euro. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 39,61 Euro wird die Gesellschaft demnach mit einem KGV von knapp 13 gehandelt. Angesichts der Wachstumsdynamik lässt dieser Wert durchaus noch Spielraum nach oben.
Nichts auszusetzen gibt es auch an der Bilanz von Huber & Suhner. Zum Halbjahr lag die Eigenkapitalquote bei komfortablen 76 Prozent der Bilanzsumme. Der Börsenwert von 800 Mio. Euro übersteigt das Eigenkapital um 51 Prozent. Anders ausgedrückt: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt 1,5. Die Liquiden Mittel wiederum decken den Aktienkurs zu 20 Prozent ab.
Nach dem starken Ergebnis des Halbjahrs dürften die Schweizer auch die zuletzt auf 0,80 CHF gekürzte Dividende wieder mindestens auf das 2008er-Niveau von 1,00 CHF (0,77 Euro) heben. Demnach käme der Titel auf eine Dividendenrendite von knapp zwei Prozent. Das ist nicht gerade überdurchschnittlich hoch, aber auch nicht ganz verkehrt. Unterm Strich ist der Schweizer Nebenwert also eine tolle Aktie für Langfristanleger, die ihr Potenzial auch nach der jüngsten Kursrally noch nicht aufgebraucht haben sollte.
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