Hugo Boss will neue Kollektionen schneller in die Läden bringen. Kürzere Vorlaufzeiten und einfachere Abläufe sollen Vorteile bringen. Das Filialnetzt soll ausgebaut werden.
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„Bei einigen Kollektionen für das kommende Jahr werden die Vorlaufzeiten von 50 auf 38 Wochen verkürzt“, sagte der Vorstandschef des Konzerns, Claus-Dietrich Lahrs. Der Schritt sei einer der seltenen Fälle, in denen ein Modeunternehmen des oberen Marktsegments die Methoden billigerer Marken anwende. „Für unseren künftigen Erfolg ist es von entscheidender Bedeutung, die Zeit von der Entwicklung einer Kollektion bis zu Produktion und Bereitstellung für die Kunden zu verkürzen“, sagte Lahrs. Voll umgesetzt werden soll das Programm für die Sommerkollektion 2012, sagte Lahrs.
Billigere Ketten wie H&M und Zara, eine Tochter des spanischen Modekonzerns Inditex, hätten kürzere Vorlaufzeiten, so der Manager. Hugo Boss werde die Position als Premiummarke beibehalten, wolle aber bei Artikeln, die stärker vom Modetrend bestimmt sind, die Geschwindigkeit und das Reaktionsvermögen der billigeren Ketten erreichen. Das Programm zur Verkürzung der Vorlaufzeiten führe auch zu einfacheren Abläufen und stärker fokussierten Kollektionen, die Anregungen des Vorjahres aufgreifen.
Zudem plant der Hersteller auch mehr eigene Läden. Die Zahl der Hugo-Boss-Filialen soll bis 2015 von momentan rund 450 auf 700 steigen. Damit beschleunigt das Unternehmen die Umstellung zum margenstärkeren Einzelhandelsgeschäft in schnell wachsenden Märkten wie China.
Hugo Boss ist im MDAX notiert und gehört mehrheitlich dem britischen Finanzinvestor Permira. 2009 erwirtschaftete Boss 1,6 Mrd. Euro Umsatz. 2015 sollen es 2,5 Mrd. Euro sein. Den Umsatzanteil eigener Einzelhandelsgeschäfte will der Modehersteller von jetzt rund einem Drittel auf 45 bis 50 Prozent steigern. Der Großteil der Erlöse kommt bislang noch aus dem Großhandelsgeschäft mit anderen Einzelhändlern.
Knapp die Hälfte der Ladeneröffnungen plant Hugo Boss in China. Dort hat das Unternehmen im Juli ein Joint Venture mit der chinesischen Rainbow-Gruppe geschlossen. Die Region wird bis 2015 zu einem der drei größten Märkte des Unternehmens werden.
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