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IBS „Keine Hinweise für eine Abschwächung unseres Geschäfts“

[09:15, 12.10.11]

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Der Software-Spezialist IBS hat seine Kooperation mit dem Automobilkonzern  BMW deutlich ausgebaut. Marktbeobachter gehen von einem siebenstelligen Projektvolumen aus. Das blieb an der Börse nicht verborgen. Die Aktie präsentierte sich zuletzt sehr stabil. Der Ausbruch nach oben blieb bislang freilich noch aus. Fundamental wäre das durchaus zu rechtfertigen. Die Analysten sehen ein Kurspotenzial von rund 30 Prozent.


BÖRSE ONLINE sprach mit IBS-Vorstandschef Klaus-Jürgen Schröder über die Vorteile für  BMW, die mittelfristige Zielsetzung und den fairen Wert der IBS-Aktie. Schröder ist seit März 1999 CEO von IBS. Der Firmengründer hält noch 39 Prozent der Anteilscheine und ist damit größter Einzelaktionär. Die Gesellschaft gab Mitte 2000 ihr Börsendübt am damaligen Neuen Markt.

Herr Schröder, die IBS AG ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für das Qualitäts-, Produktions-, Traceability- und Compliance-Management. Das klingt recht kompliziert. Können Sie uns kurz Ihr Geschäftsmodell erläutern?

Klaus-Jürgen Schröder: IBS entwickelt für internationale Konzerne und mittelständische Unternehmen Softwarelösungen, die Geschäfts- und Produktionsprozesse optimieren, steuern und überwachen. Unsere Kunden profitieren von Kosteneinsparungen bei gleichzeitiger Erhöhung der Qualität mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Produktivität. Ein weiteres Standbein ist unsere Compliance Software, die Unternehmen bei der Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien unterstützt.

Warum sollte sich ein Kunde für IBS entscheiden?

Schröder: Bereits vor Projektbeginn erarbeiten wir gemeinsam Umsetzungskonzepte mit klaren Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Im Ergebnis amortisieren sich unsere Projekte in der Regel dann innerhalb eines Jahres.

Ein Paradebeispiel ist wohl der Automobilkonzern  BMW. Nach der Einführung in zwei BMW-Werken wird der DAX-Konzern die IBS-Lösung LIS nun in drei weiteren Werken einsetzen. Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung LIS?

Schröder: Bei dem Real-Time Location Identification System, kurz LIS, handelt es sich um eine gemeinsam mit dem britischen Spezialisten für Echtzeit-Ortung Ubisense entwickelte Smart RFID Lösung.  BMW konnte bereits im ersten Jahr in seinem Werk in Regensburg durch den Einsatz von LIS hohe Effizienzsteigerungen bei gleichzeitig erhöhter Prozesssicherheit erzielen. Das Projekt wurde daraufhin als Best Practice definiert und wird nun in drei weiteren BMW-Werken weltweit ausgerollt.

Wie drückt sich die Produktivitätssteigerung durch LIS in Zahlen aus?

Schröder: Bis zur Einführung von Smart RFID musste jedes an einer Station ankommende Fahrzeug von Hand per Barcode identifiziert werden, woraufhin die elektronischen Werkzeuge auf jedes einzelne Fahrzeug eingestellt wurden. Dieser Prozess war nicht nur fehleranfällig, sondern bedeutete auch einen Verlust produktiver Arbeitszeit bei jedem Scanvorgang. Die Identifizierung des Fahrzeugs geschieht nun vollkommen automatisiert. In einem Fahrzeugwerk befinden sich entlang der 1,7 km langen Produktionslinie mehr als 140 dieser einstellbaren Werkzeuge. Bei einer Tagesproduktion von 1000 Fahrzeugen ergab sich in der Vergangenheit daraus ein Produktivitätsverlust von ca. 30.000 Stunden pro Jahr.


 

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