Immobilienfinanzierer Commerzbank will Kapitel Eurohypo schnell schließen
[14:55, 07.02.12]
Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus will Berichten zufolge die gewerbliche Immobilienfinanzierung der Eurohypo um mehr als die Hälfte zu verringern. Der verbleibende Kern soll dann vollständig im Konzern aufgehen.
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Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus habe EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia angeboten, die gewerbliche Immobilienfinanzierung der Eurohypo um mehr als die Hälfte auf ein Volumen von nur noch 25 bis 30 Milliarden Euro einzudampfen, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Der verbleibende kleine Kern soll den Commerzbank-Vorstellungen zufolge vollständig im Konzern aufgehen, die eigenständige Marke Eurohypo wäre zehn Jahre nach ihrer Gründung Geschichte. Die EU-Kommission hatte im Gegenzug für die Genehmigung der Milliarden-Staatshilfen für die Commerzbank einen Verkauf der Eurohypo bis 2014 gefordert - sie müsste einer Abwicklung als Alternativplan daher zustimmen. Almunia lässt sich bislang nicht in die Karten schauen.
Das Geldhaus will den Finanzkreisen zufolge, dass sich der angeschlagene Immobilienfinanzierer aus den USA und anderen Ländern zurückzieht und auf eine Handvoll Staaten in Europa beschränkt. "Das ist das einzige Szenario, das derzeit noch diskutiert wird", sagte einer der Insider. Die gehaltenen Staatsanleihen im Volumen von knapp 100 Milliarden Euro würden voraussichtlich mangels Käufern zunächst in der internen Abwicklungseinheit der Commerzbank landen. Ähnliches gilt für die unverkäuflichen Immobilienportfolios, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen.
In den Boomzeiten kam die einst größte Immobilienbank Europas dank ihrer weltweiten Expansion auf eine Bilanzsumme von fast 300 Milliarden Euro. In der Immobilienfinanzierung war sie zuletzt mit einem Geschäftsvolumen von 67 Milliarden Euro noch in zehn Märkten aktiv.
EU-Kommission fällt die Entscheidung
Die nun ausgetüftelte interne Abwicklung steht und fällt allerdings mit der EU-Kommission, die möglicherweise neue Konzessionen fordert. In Brüssel laufen seit Wochen Gespräche auf Arbeitsebene. Einfach werde es nicht, Almunia zu überzeugen, hieß es aus Bankenkreisen. "Das ist kein Selbstläufer", betonte ein Insider. Die Bank werde die Eurohypo nicht um jeden Preis abwickeln. Wenn die Kommission dem nur zustimme unter neuen massiven Auflagen, lohne es sich nicht. Dann bleibt die Bank allerdings zunächst auf der Eurohypo sitzen: Denn wegen der andauernden Verluste und der schieren Größe ist ein Verkauf derzeit unmöglich, wie die Commerzbank wiederholt erklärt hat. Weder die Bank noch die EU-Kommission wollten sich zu den Informationen äußern.
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