Die Umsätze mit dem ersten Produkt kommen in Fahrt. Die Investitionen in die Pipeline bringen weiter rote Zahlen. Analysten haben Schlimmeres erwartet.
Intercell
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Das österreichische Biotech-Unternehmen Intercell hat heute die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und trotz eines signifikanten Fehlbetrages die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Mit Spannung wurden die Umsätze des im Vorjahr eingeführten Impfstoffes gegen die Tropenkrankheit Japanische Enzephalitis erwartet. Da sich der neue Impfstoff auf dem Markt erst etablieren muss, verlief die Einführung im Vorjahr und im ersten Quartal langsamer als erhofft, was den Kursverfall der Aktie beschleunigte. Intercell lieferte im zweiten Quartal die versprochene signifikante Steigerung der Erlöse. Der Impfstoff mit dem Markennamen Ixiaro brachte den Wienern einen Umsatz von 5,6 Mio. Euro. In der entsprechenden Vorjahresperiode waren es noch 2,9 Mio. Euro.
Wie bei Biotech-Unternehmen üblich schwanken auch bei Intercell die Umsatzerlöse stark. Meilensteinzahlungen von Produktpartnern bestimmen das Bild. Weil die Zahlungen von Partner Novarits im ersten Halbjahr 2009 deutlich höher waren, ging der Gesamtumsatz im zweiten Quartal von 14,9, auf 9,7 Mio. Euro zurück. Intercell investiert kräftig in die Entwicklung der vielversprechenden Produktpipeline. Im Zweitquartal stiegen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 13,6 auf 16,9 Mio. Euro. Besonders kostspielig ist die klinische Phase III des Impfpflasters gegen Reisedurchfall. Der Periodenverlust stieg dadurch von drei auf 8,3 Mio. Euro. Im Halbjahr summiert sich der Verlust auf 23 Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Fehlbetrag von 25 Mio. Euro gerechnet.
Intercell verfügt jedoch noch über genügende Liquidität um sich die hohen Forschungsausgaben noch einige Zeit leisten zu können. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende Juni auf 127,8 Mio. Euro. Weiter anziehende Umsätze von Ixiaro und Nachrichten aus den Produktentwicklungen sollten den Kurs der Intercell-Aktie mittelfristig wieder nach oben treiben. Spekulative Anleger können bei dem aktuell sehr niedrigen Kursniveau zugreifen. Den Kursverlauf am deutlichsten bewegen werden die Daten zum Reisedurchfall-Pflaster. Die könnten bereits Ende dieses Jahres veröffentlicht werden. Auch bei den derzeit gerade in den Medien thematisierten Krankenhauskeimen hat Intercell zwei Produkte in fortgeschrittenen Phasen der Entwicklung. Phase II-Daten zu einem Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung von Pseudomonas-Infektionen werden Ende des 3. Quartals erwartet.
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