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Konjunkturunabhängige Aktien Zeit für Antizykliker

[10:09, 12.07.10]


Heute rauf, morgen runter. Seit Monaten ringen Börsianer um eine klare Richtung an den Aktienmärkten. Die Unsicherheit über die Wirtschaftsentwicklung spricht vor allem für wenig konjunkturabhängige Aktien.


Niedrige Bewertungen, steigende Gewinne und der Mangel an attraktiven Alternativen stützen die Notierungen, während ausufernde Staatsschulden und schwächere Konjunkturindikatoren die Kurse belasten. Bis in das laufende Jahr hinein haben zyklische Aktien und Unternehmen mit schwachen Finanzkennzahlen den Markt angeführt. Jetzt sollten Anleger überlegen, ob es nicht an der Zeit ist, die Risiken in ihren Portfolios zu reduzieren und verstärkt auf Firmen mit konjunkturresistenten Geschäften, soliden Bilanzen und nachhaltigen Gewinnsteigerungen zu setzen.

Zum Beispiel auf Pepsico. Der Hersteller von Getränken und Nahrungsmitteln verfügt über starke Marken wie Pepsi-Cola, Gatorade oder Lay’s-Kartoffelchips. Die hohe Eigenkapitalquote von 43,8 Prozent schafft Spielraum für Aktienrückkäufe und üppige Ausschüttungen. Den bereinigten Gewinn je Aktie will Pepsico im laufenden Jahr um elf bis 13 Prozent steigern – ein Plus, das die Analystin Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg als „im Branchenvergleich hoch“ einstuft. Hingegen erscheint die Bewertung mit einem 2011er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,3 eher niedrig.

Noch günstiger sind die BAT-Aktien. Wenige Anbieter, darunter BAT als Nummer zwei, dominieren den internationalen Zigarettenmarkt. Das sorgt für Preismacht und üppige Margen. Ungebremst ist das Wachstum in den Emerging Markets. Überwindet der Dividendentitel das alte Hoch im Bereich von 27 Euro, wäre der Weg frei für weitere Kurssteigerungen.

Neben dem Ernährungs- lohnt auch der Blick auf den Gesundheitssektor. Der Orthopädiekonzern Synthes etwa überzeugt mit einer ungewöhnlich starken Bilanz. Im ersten Quartal nahm der Umsatz mit 13 Prozent stärker zu als erwartet. Die Orthopädie gehört zu den am schnellsten wachsenden Bereichen der Medizintechnik. Das beschert der Aktie, die zwischen 83 und 97 Euro pendelt, auf längere Sicht gute Perspektiven.

Auf Akquisitionen setzt  Rhön-Klinikum. Die Finanznot der Kommunen spielt dem expansionshungrigen Krankenhausbetreiber in die Hände. Für die Einkaufstour hat sich Rhön mit einer Kapitalerhöhung gewappnet. Nach einigen kleineren Deals hoffen Börsianer, dass dem Management mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein ein größerer Übernahmecoup glückt.

Der Prüfkonzern SGS nimmt ebenfalls Akquisitionskandidaten in den Blick. Die Branche konsolidiert sich – die Nummer zwei, Bureau Veritas, ist mit dem Erwerb von Inspectorate näher an den Primus aus der Schweiz herangerückt. Die breite sektorale und regionale Aufstellung macht SGS zu einem defensiven Investment.


 

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