Europas größter Autobauer
Volkswagen rechnet im kommenden Jahr mit kräftigem Gegenwind durch die konjunkturelle Entwicklung. "Keine Frage: 2012 wird wesentlich härter, vor allem in Europa und da speziell in den hoch verschuldeten Ländern wie Italien oder Spanien", sagte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn in einem am Montag veröffentlichten "Handelsblatt"-Interview. "Insgesamt rechnen wir in Europa mit einem Marktrückgang." Aber auch die Entwicklung in anderen Weltregionen gelte es genau zu beobachten. Derzeit wachse die Nachfrage in China und Amerika jedoch weiter.
Mit dem laufenden Jahr zeigte sich Winterkorn zufrieden: "Operativ wird 2011 in jedem Fall ein sehr gutes Jahr." Davon würden auch die Mitarbeiter in Deutschland profitieren, an die der Konzern zehn Prozent des operativen Ergebnisses der Marke
Volkswagen ausschüttet. "Dieser Erfolgsbonus wird für 2011 ein neues Rekordniveau erreichen." Mit Blick auf die Anfang kommenden Jahres startenden Tarifverhandlungen sagte der VW-Chef, der Konzern strebe mindestens einen Inflationsausgleich an und müsse dann sehen, "ob wir uns darüber hinaus noch etwas leisten können". Klar sei, dass
Volkswagen auch 2012 eine hohe Auslastung fahren werde.
Mit Blick auf den Rosenkrieg mit dem japanischen Partner Suzuki bekräftigte Winterkorn,
VW werde seinen Anteil in Höhe von 19,9 Prozent an Suzuki nicht verkaufen. Ein Treffen mit Vorstandschef Osamu Suzuki, um die Probleme zu beheben, sei derzeit nicht geplant. Die Wolfsburger wollen im Ringen mit den Japanern vielmehr einen langen Atem beweisen: "Wenn bei Suzuki die aktuelle Führungsmannschaft nicht mit uns zusammenarbeiten will, dann will es vielleicht die nächste Generation", sagte Winterkorn.
Suzuki hatte die Zusammenarbeit mit
VW am Freitag einseitig aufgekündigt und erklärt, binnen eines Jahres bis zu 20 Prozent seiner Aktien zurückkaufen zu wollen, die
VW derzeit hält. Sollte
VW die Anteile nicht an Suzuki oder eine dritte Partei abgeben, will der viertgrößte japanische Autobauer einen Schlichter anrufen.
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