Das verpatzte erste Halbjahr könnte den Fernsehhersteller Loewe am Ende des Geschäftsjahres in die Verlustzone bringen. Das Unternehmen konnte mit seinen hochpreisigen High-End-Geräten auch nicht von der Fußball-WM profitieren.
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„Wir gehen momentan davon aus, dass wir zwar leicht im Umsatz wachsen dieses Jahr, aber wir können ein negatives Ebit nicht ausschließen“, sagte Vorstandschef Oliver Seidl der Financial Times Deutschland.
Seidl steht seit Ende Juli an der Spitze von Loewe. Sein Vorgänger Frieder Löhrer war zurückgetreten, nachdem Loewe im zweiten Quartal einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 4,9 Mio. Euro geschrieben hatte. Wegen Terminproblemen der Zulieferer kamen neue Modelle mit LED-Hintergrundbeleuchtung zu spät auf den Markt, um von der starken Nachfrage zur Fußball-WM zu profitieren. Außerdem machten der schwache Euro und Preissenkungen im Einstiegssegment den Kronachern zu schaffen. Dort spürt Loewe die Konkurrenz mit asiatischen Herstellern deutlicher als bei teuren Modellen.
Auch im dritten Quartal wird der Konzern rote Zahlen schreiben. Die Rückkehr in die Gewinnzone soll das Weihnachtsgeschäft bringen. „Wir setzen alles daran, im vierten Quartal wieder schwarze Zahlen zu schreiben“, sagte Seidl. Erklärtes Ziel sei es, im nächsten Geschäftsjahr wieder einen operativen Gewinn zu erwirtschaften.
Dazu hat Loewe eine Reihe von Maßnahmen angeschoben. Auf der Ifa stellte die Firma überarbeitete Produkte mit neuen Bildschirmgrößen vor. Auch 3-D-Fernseher und Bluray-Player sind ab dem ersten Quartal 2011 erhältlich. Den ersten 3-D-Prototyp hatte Loewe bereits auf der Ifa 2008 gezeigt. Solch lange Wartezeiten bis zur Marktreife will das Unternehmen künftig vermeiden. Schnelligkeit ist bei dem hohen Innovationstempo auf dem TV-Markt überlebensnotwendig. 2003 trieb die Umstellung von Röhrenfernsehern auf Flachbildschirme die Firma fast in den Ruin.
Auch beim Einkauf will Loewe einiges ändern. Demnächst sollen alle Modelle auf zwei Technikplattformen basieren. Je mehr identische Teile verbaut werden, desto größer die Einkaufsvolumina – und desto besser die Preise. Die Bündelung des Einkaufs könne auch bedeuten, dass es künftig weniger Zulieferer geben werde, sagte Seidl. Er hat keine Bedenken, dass die Situation im Falle eines Lieferengpasses dadurch noch prekärer werden könnte als im letzten Halbjahr. „Man braucht nicht möglichst viele Zulieferer, sondern möglichst zuverlässige.“ Momentan werden die Preise für die einzelnen Komponenten neu ausgehandelt. Langfristig sieht Seidl die Plattformstrategie als wichtigere Sparmaßnahme: „Die Nachverhandlungen für dieses Jahr werden nur kurzfristige Erfolge bringen“, sagte er auf der Ifa.
Obwohl Loewe einen 3-D-Fernseher entwickelt hat, sieht der Hersteller Heimvernetzung und Internet-TV als wichtigere Wachstumsmärkte. Die Firma hat sich mit Philips und Sharp zusammengetan, um die Plattform HbbTV und das dazugehörige Webformat CE-HTML voranzutreiben.
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