Empfehlungen Deutschland & Europa

Logitech Von der PC-Maus zu Google TV

[12:23, 20.08.10]


Der Schweizer Computerausrüster Logitech hat die Wende geschafft. Der Aktienkurs spiegelt das aber noch nicht wider.


Logitech Intl N
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
kaufen
WKN
A0J3YT
Aktueller Kurs
8,46 €
Kurs Erscheinungstag
12,07 €
Veränd. z. Vortag
9,30 %

Mehr zum Thema



Money-Management

Mit dem Money-Management-Tool von BÖRSE ONLINE handeln Sie wie Profis. Der für den Börsenerfolg entscheidende Kapitaleinsatz wird blitzschnell berechnet.

Klicken Sie hier


Apple, Google,  Microsoft – die großen Techkonzerne der Welt bringen in rasender Geschwindigkeit neue Produkte auf den Markt, die die IT-Welt revolutionieren. Im Fahrwasser der Marktgrößen schwimmen zahlreiche andere Unternehmen mit. Eines davon ist Logitech.

1981 brachte das Unternehmen die erste PC-Maus auf den Markt. Seitdem ist der Hersteller von Computerzubehör mit Sitz in der Westschweiz und in Fremont, Kalifornien, fest in der Branche verankert. Damit ist Logitech allerdings auch den Zyklen des Sektors unterworfen. Und da zeigte die letzte Bewegung nach unten.

Die Kaufzurückhaltung der Konsumenten während der Krise führte bei Logitech zu einem kleinen „Systemabsturz“. Auf mehr als 35 Mio. Dollar summierten sich die Verluste im ersten Quartal 2009, das am 30. Juni endete. Dank strikter Kostenkontrolle, Personalabbau und erfolgreicher Produkteinführungen fanden die Schweizer auf den Wachstumspfad zurück. Seit drei Quartalen steigt der Gewinn stetig. In der Auftaktperiode 2010 gelang es Logitech sogar, die Gross-Profit-Marge auf ein Rekordniveau von 35,3 Prozent zu hieven. Diese Kennzahl setzt das Bruttoergebnis ins Verhältnis zum Umsatz.

Davon profitieren konnte die Aktie, die dem Schweizer Auswahlindex SLI angehört, in den vergangenen Monaten allerdings nicht. Im Gegenteil: Seit Jahresbeginn hat der Titel rund ein Zehntel an Wert eingebüßt. Einige Experten trauen Logitech offenbar noch nicht über den Weg. Im Vorfeld der Quartalsberichterstattung hat  Merrill Lynch den Titel abgestraft und um gleich zwei Stufen von „Buy“ auf „Underperform“ heruntergesetzt. Die Analysten hatten angesichts der schwächeren Konsumentennachfrage Angst, Logitech könnte beim Gewinn enttäuschen und die Prognose zurücknehmen.

Die Schweizer entkräfteten diese Befürchtungen eindrucksvoll. Vor allem in den USA wurde das Geschäft deutlich ausgebaut. Von April bis Juni legte der Umsatz um 47 Prozent auf 479,3 Mio. Dollar zu. Nach den horrenden Verlusten im Vergleichszeitraum belief sich der Betriebsgewinn auf 11,8 Mio. Dollar. Gleichzeitig hob das Management die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht an. „Dabei muss man beachten, dass es sich beim ersten Quartal um das saisonbedingt schwächste handelt, die satten Quartale kommen noch“, sagt Michael Foeth, Analyst des Schweizer Bankhauses Vontobel.

Die Tatsache, dass der Kapitalmarkt Logitech derzeit so stiefmütterlich behandelt, bietet Anlegern die Chance zum Einstieg. Denn die aktuelle Bewertung steht in keinem Verhältnis zur Rückkehr in die Gewinnzone und zur Bruttomarge. Auch die Nettorendite von vier Prozent kann sich durchaus sehen lassen, zumal diese selbst in den Topjahren 2007 und 2008 im ersten Quartal „nur“ bei etwas mehr als fünf Prozent lag.

Auch wenn momentan die schnurlosen Mäuse noch zu den erfolgreichsten Produkten zählen, treibt Logitech die Diversifizierung seiner Produktpalette voran. So versucht das Unternehmen, sich auch im Video- und TV-Bereich zu etablieren. Mit Erfolg: Für die vergangenen drei Monaten steht ein Umsatzwachstum von über 700 Prozent zu Buche. Ein Top-Seller ist beispielsweise die Multifunktionsfernbedienung Harmony, über die sich bis zu vier Geräte steuern lassen.

Jüngst erst hat Logitech die norwegische Paradial, ein Anbieter von Firewalls und Videokommunikation, übernommen. Die Schweizer setzen in diesem Geschäftsfeld auf das zunehmende Kostenbewusstsein der Unternehmen.

 

Der ganz große Wurf soll allerdings mit der Einführung von Google TV gelingen. Der US-Internetgigant hat für den Herbst den Start seiner Plattform geplant, die Fernsehen und Onlinedienste vereint. Logitech wird unter anderem Fernbedienungen, Tastaturen, HDTV-Kameras und eine Set-Top-Box für Google-TV entwickeln. Sollte sich das internetfähige Fernsehen durchsetzen, sind die Wachstumsaussichten in diesem Markt enorm.

Auf Basis des für 2011 erwarteten Gewinns von im Schnitt 1 Dollar je Aktie errechnet sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 17. Angesichts der Wachstumsperspektiven und neuen Geschäftsausrichtung fällt die Bewertung recht moderat aus und lässt noch viel Luft nach oben. Vontobel-Analyst Foeth sieht das Kursziel bei 26 Schweizer Franken, was ein Potenzial von mehr als 60 Prozent bedeutet.

Vor größeren Rücksetzern dürfte der Titel gut geschützt sein, denn dafür sorgt das Unternehmen mit einem 250 Mio. Dollar schweren Aktienrückkaufprogramm, das am 10. August startete, selbst.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Logitech Intl N CH0025751329.F 8,46 + 9,30 %  Detailinformationen

 

© 2010 ftd, © Illustration: boerse-online.de

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.384,26

-16,80 Punkte/-0,26%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
36,39 +2,67%
23,26 +1,77%
45,92 +1,59%
103,55 +0,63%
DAX Flops
  Kurse Diff%
15,58 -2,69%
13,27 -2,03%
81,00 -1,73%
51,73 -1,64%
Am 24. Mai findet die HV der Telekom statt. Wie beurteilen Sie die T-Aktie?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 23/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »