Bis Ende 2011 soll die bislang vergebliche Suche nach deutschen Investoren Erfolge zeigen. Die Chancen stehen allerdings schlecht, nachdem bereits Daimler bei der Suche erfolglos war. Am Ende könnte die KfW-Bank zum Zuge kommen.
EADS
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Die Bundesregierung macht sich beim Luftfahrtkonzern
EADS auf eine vermutlich erfolglose Suche. Weil der Stuttgarter Daimler-Konzern seinen Kapitalanteil an der
EADS abbauen und der Bund den Einfluss Deutschlands bei dem Konzern nicht aufgeben will, sollen neue private deutsche Investoren gefunden werden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete gestern aus Koalitionskreisen, dass jetzt der offizielle Startschuss für die seit Monaten diskutierte Suche gegeben wurde. Bis Jahresende hoffe die Regierung auf erste Ergebnisse.
Die staatliche Investorensuche ist praktisch der zweite Anlauf.
Daimler selbst hatte bereits erfolglos sondiert, welcher deutsche Investor einsteigen könnte. Gleichzeitig hat Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber aber ausgeschlossen, dass sich Zulieferer beteiligen; gesucht werde eine Langfristlösung, sagte er. Die FDP hat indes Vorbehalte gegen einen Staatseinstieg angemeldet, falls kein Privatinvestor gefunden wird.
Dabei stehen die Verhandlungsparteien unter wachsendem Zeitdruck. Im nächsten Jahr finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Für Amtsinhaber Nicolas Sarkozy wäre es ein Triumph, falls sich das austarierte deutsch-französische Aktionärsgleichgewicht zugunsten der französischen Seite ändern würde; entsprechend könnte das Thema eine größere politische Dimension bekommen. Sollte sich die deutsche Seite nicht einigen können, hätte Frankreich ein Vorkaufsrecht. Zwar gibt es eine Höchstgrenze von 15 Prozent für den französischen Staatsanteil – aber Paris könnte kreative Lösungen finden, heißt es.
Im Juni 2012 steht zudem ein EADS-Managementwechsel an, weil die meisten der aktuellen Verträge dann auslaufen. Außerdem neigt sich ein im März 2010 verlängertes Abkommen zwischen
Daimler, privaten und öffentlichen Banken sowie Bundesländern dem Ende zu. In einer Spezialgesellschaft sind 7,5 Prozent der EADS-Anteile geparkt, die
Daimler bereits verkauft hat, aber immer noch deren Stimmrechte hält.
Daimler besitzt noch 15 Prozent der EADS-Kapitalanteile und will sich angeblich erneut von 7,5 Prozent trennen. Nach dem Börsenwert hätte dieses Paket ein Volumen von gut 1,3 Mrd. Euro.
Nach FTD-Informationen muss der Bund auch eine Neuregelung bei dem Banken/Bundesländer-Paket suchen, weil auch hier einzelne Mitglieder aussteigen möchten. Wie es heißt, laufen die Verträge für das Paket noch bis Ende 2012 – andere Quellen sprechen von Herbst 2013.
Branchenkenner vermuten, dass letztlich die unter Aufsicht des Finanzministeriums stehende Frankfurter KfW-Bank weitere
EADS Anteile aufkauft. Das EADS-Management hat sich für eine möglichst breite Streuung des Kapitals am Aktienmarkt ausgesprochen.
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