Den Beschluss zur Auflösung der Gesellschaft haben die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 27. August getroffen.
Nachtrauern werden die Aktionäre der chronisch ertragsschwachen Beteiligungsgesellschaft MDB wohl nicht. Dafür haben sich die Münchner in den vergangenen Jahren zu sehr als Kapitalvernichter präsentiert. Eine Art Genickschuss war dabei die Insolvenz der Dimex-Gruppe im ersten Quartal 2009. In der Folgezeit war der französische Parkettspezialist MDB France die einzige Beteiligung der Gesellschaft. Anfang April 2010 hat dann auch die VEM Aktienbank ihr Coverage eingestellt. Bei einem Aktienkurs von 0,40 Euro lautete die Anlageempfehlung „Halten“ mit Kursziel 0,60 Euro.
Damals konnten die Analysten wohl nicht ahnen, dass der Parkettspezialist bereits wenige Monate später die Auflösung ihrer Firma in die Wege leiteten und den Börsianern damit Anlass für eine Art Abschlussdividenden-Spekulation gaben. In den Wochen nach der Meldung über die Auflösungspläne zog der Aktienkurs nämlich deutlich an und hat sich zuletzt bis auf mehr 2,19 Euro in die Höhe geschraubt. Dieser Aktienkurs steht für einen Börsenwert von 10,6 Mio. Euro.
Und hier beginnen die Börsianer ihre Bleistifte zu spitzen. Laut den Ausführungen zum ersten Halbjahr 2010 verfügen die Münchner in der AG nämlich noch über Liquide Mittel von rund 1,2 Mio. Euro. Das Konzerneigenkapital per 30. Juni beträgt bei einer Bilanzsumme von knapp 24,4 Mio. Euro 17,8 Mio. Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von etwa 73 Prozent. Die kurz- und mittelfristigen Schulden per 30. Juni liegen bei 6,6 Mio. Euro.
Ob bei der Liquidation der Gesellschaft noch bislang nicht bekannte Risiken zu Tage treten oder andererseits unverhoffte zusätzliche Liquidationserlöse zu erwarten sind, ist derzeit nicht seriös einschätzbar. Allerdings wird auch die Auflösung der Gesellschaft einiges kosten. Noch liegt der Börsenwert zwar deutlich unterhalb des Eigenkapitals. Angesichts der enormen Marktenge ist der Titel aber nur etwas für hartgesottene Zocker. Alle anderen Anleger schauen sich das Spektakel um die Auflösung dieser AG lieber von außen an.
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