Bereits in der vergangenen Woche wurde in Finanzkreisen kräftig über anstehende Nachrichten des Solaranlagenbauers Manz Automation spekuliert. Die Firma hatte Analysten für diesen Dienstag kurzfristig zu einem „Capital Markets Day“ eingeladen, ausgewählte Journalisten sollen am Donnerstag Gelegenheit erhalten, ausführlich mit Firmenchef Dieter Manz über die zukünftige Strategie zu sprechen.
Der Grund für die Öffentlichkeitsoffensive ist eine Meldung über eine Kooperation mit Würth Solar. Beide Firmen schlossen einen Lizenzierungs- und Kooperationsvertrag über die Nutzungsrechte von Manz Automation an der sog. CIGS-Produktionstechnologie von Würth Solar. Für 50 Mio. Euro kann das TecDAX-Unternehmen in den kommenden 10 Jahren diese Dünnschicht-Technologie exklusiv nutzen und so seine Marktposition als Anbieter komplett integrierter Produktionslinien ausbauen.
„Durch die Kooperation können wir Solarherstellern voll integrierte Produktionslinien liefern, welche zukünftig die niedrigsten Herstellungskosten aller schlüsselfertigen Dünnschichtlinien aufweisen“, sagte Firmenchef Dieter Manz, der sich durch den Deal für seinen Konzern erhebliches Marktpotenzial erhofft. „Integration ist unser Thema und der Schlüssel für weitere deutliche Kostenreduzierungen“, glaubt Manz, der seinen Kunden damit Komplettlösungen aus einer Hand anbieten will.
Insgesamt belaufe sich das Umsatzpotenzial für eine CIGS mit einer Kapazität von 120 Megawatt pro Jahr auf rund 150 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Martin Hipp, Finanzvorstand von Manz Automation erwartet deshalb bereits ab 2011 deutliche Umsatzzuwächse aus dieser Kooperation: „Aufgrund des enormen Umsatzpotenzials aus dem Verkauf einer CIGS-Produktionslinie können wir mit der erfolgreichen Umsetzung unseres Geschäftsmodells in den nächsten Jahren in vollkommen neue Dimensionen bei Umsatz und Ertrag vordringen“, so Hipp.
Manz wird die Zahlung der vereinbarten 50 Mio. Euro in mehreren Raten bis zur Abnahme der ersten CIGS-Solarmodule leisten. Darüber hinaus plant die Gesellschaft weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in den Ausbau des Personals. Die Finanzierung der Transaktion sei laut eigenen Angaben gesichert und werde aus vorhandenen Eigenmitteln, zusätzlichen Fremdmitteln sowie aus den künftig aus dem erweiterten Geschäftsmodell resultierenden Cashflows erfolgen.
Weitere Details zur zukünftigen Geschäftsstrategie erhofft sich BÖRSE ONLINE am Donnerstag, wenn das Management von Manz Automationen für ein ausführliches Hintergrundgespräch in unserer Redaktion zu Gast sein wird.
Die Aktie notiert am Morgen mit einem leichten Aufschlag im Plus. Wir bestätigen unser Kaufvotum vom 7. Juli.
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