Die Kunden übten sich wegen ihrer zunehmenden Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung bei Investitionen in Zurückhaltung. Projekte würden ins kommende Jahr verschoben.
Aixtron erwartet 2011 nun einen um bis zu 300 Mio. Euro niedrigeren Umsatz zwischen 600 bis 650 (Vorjahr: 784) Mio. Euro. Die alte Prognose lag bei 800 bis 900 Mio. Euro. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge), die 2010 bei 35 Prozent lag, werde sich zwischen 25 und 30 Prozent bewegen. Damit könnte rein rechnerisch der operative Gewinn (Ebit) auf 150 bis 195 Mio. Euro einbrechen nach 275 Mio. Euro im Vorjahr. Ursprünglich hatte
Aixtron ein Ebit von bis zu 315 Mio. Euro angestrebt.
An der Börse wurden die Anleger von den trüben Aussichten kalt erwischt. Im frühen Geschäft ging der Kurs gegenüber dem Vortagesschluss von 14,05 Euro um 18 Prozent auf 11,50 Euro zurück. Vor allem Kunden aus China sorgen für Verunsicherung. Im wichtigsten Einzelmarkt Aixtrons verzögert sich die Fertigstellung von Fabriken. Kunden sind in Finanzierungsengpässe geraten. Das wirkt sich auch beim Auftragseingang aus. Offenbar stellen Abnehmer bereits erteilte Bestellungen wieder in Frage. Die Aachener passen nämlich den Orderbestand, der zuletzt bei 374 Mio. Euro lag, um 100 Mio. Euro nach unten an.
Skeptische Analysten hatten die Entwicklung vor Wochen kommen sehen. Die Experten der
Citigroup sorgten im Juli für Furore, als sie das Kursziel von 20 auf 13 Euro kappten. Dieses Niveau hat die Notierung inzwischen unterschritten. Das Bankhaus Equinet stuft den TecDAX-Titel von Kaufen auf Reduzieren zurück. Die WestLB senkt die Einschätzung von Neutral auf Verkaufen und gibt ein Kursziel von 9 Euro aus. BÖRSE ONLINE hatte zwar mit einem Gewinnrückgang im laufenden Jahr gerechnet, nimmt aber die Schätzung aber weiter von 1,85 auf 1,15 Euro zurück. Auf Grund der hohen Zyklizität des Aixtron-Geschäfts sollten Anleger Käufe vorerst zurückstellen und die weitere Entwicklung abwarten.
Der Konzern produziert Maschinen zur Herstellung von Leuchtdioden (LED), die in der Unterhaltungselektronik und zunehmend auch bei industrieller Beleuchtung zum Einsatz kommen. LEDs sind langlebiger als herkömmliche Leuchtmittel und im Verbrauch kostengünstiger.
Aixtron gilt mit einem Marktanteil von über 50 Prozent als Weltmarktführer gefolgt vom US-Konzern Veeco Instruments.
mit Agenturen
Empfehlen