Das Spezialsoftwarehaus PSI zeigt sich unter bestimmten Bedingungen offen für eine Übernahme durch Wettbewerber. Die FTD sprach mit dem Vorstandschef Harald Schrimpf.
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Der Grund: Der Stromversorger betrachtet das Berliner Unternehmen als eine bedeutende Technologiequelle für seine Stromnetze. „PSI ist für uns ein wichtiger Zulieferer“, teilte der Energiekonzern mit. Die Aufstockung der Anteile habe zur Absicherung der Kooperation gedient.
RWE und PSI sind bereits seit mehr als einer Dekade geschäftlich miteinander verbunden. In manchen Jahren setzt das Softwarehaus bis zu 10 Mio. Euro mit
RWE um.
Mit dem milliardenschweren Umbau der Stromleitungen im Mittel- und Niederspannungsbereich zu intelligent gesteuerten Netzen, sogenannten Smart Grids, gerät auch die Technologie von PSI verstärkt in den Fokus – bei Kunden und Konkurrenten. Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien in vielen Ländern sowie der künftige Einsatz von Elektroautos erfordert die Umrüstung der Stromnetze. „Dadurch wird sich bei uns dieser Spartenumsatz auf 70 Mio. Euro verdoppeln“, sagte Schrimpf.
„Es hat immer mal Gespräche mit Übernahmeinteressenten gegeben“, räumte der 46-jährige Manager ein. Wann und mit wem es die Kontakte gab, wollte er aber nicht sagen. Der PSI-Chef betonte jedoch, dass das Unternehmen nicht aktiv zum Verkauf gestellt werde.
Dabei weiß er einerseits die Manager und Mitarbeiter von PSI auf seiner Seite, die rund 25 Prozent der Aktien halten. Andererseits wird Schrimpf auch von
RWE gestützt. „Es ist nicht daran gedacht, die Anteile wieder zu verkaufen“, teilte
RWE mit. Über eine Aufstockung allerdings werde ebenfalls nicht diskutiert.
„Einen feindlichen Übernahmeversuch fürchten wir nicht mehr“, sagte der PSI-Chef mit Blick auf die abgewehrte Attacke von Neukirchen. Kasse machen sei für die Schlüsselaktionäre ohnehin kein Thema, versicherte er. „Mindestens die Hälfte des Grundkapitals steht hinter unserer Strategie“, stellte der Manager fest. An der Börse ist PSI derzeit 190 Mio. Euro wert, im September 2009 waren es lediglich knapp 113 Mio. Euro.

Es dürfte weniger die Rentabilität sein, die das Unternehmen mit seiner Steuerungssoftware für die Bereiche Energieversorgung, Stahl- und Montanindustrie sowie Infrastrukturmanagement (Verkehr, Sicherheit und Telekommunikation) für potenzielle Käufer interessant macht. Die Margen von PSI sind im Vergleich zu anderen Softwarehäusern eher bescheiden. So belief sich das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr 2010 auf 4,8 Prozent vom Umsatz, der bei 77 Mio. Euro (plus 18 Prozent) lag. Seit dem Börsengang 1998 wurde erst einmal eine Dividende gezahlt, für 2009.
Schrimpf hat das Unternehmen, das vor acht Jahren wegen anhaltend hoher Verluste vor dem Aus stand, mittlerweile saniert. Für 2012 prognostiziert er einen Umsatz von 200 Mio. Euro sowie eine knapp zweistellige Gewinnmarge. Der Auftragsbestand sei auf den Rekord von 170 Mio. Euro geklettert, mehr als ein Drittel stamme aus dem Ausland. PSI will in diesem Jahr rund 350 neue Mitarbeiter einstellen, davon 150 im Inland.
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