Insgesamt schnitt die Firma im dritten Quartal schlechter ab als von Experten erwartet. Der Konzern verbuchte im Zeitraum Juli bis September netto einen Verlust von 248,2 Millionen Euro nach einem Gewinn von 74 Millionen vor Jahresfrist, wie
Q-Cells am Donnerstag
mitteilte. Experten hatten mit 100 Millionen Euro weniger gerechnet. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel ein Fehlbetrag von 163 (Vorjahr: plus 54) Millionen Euro an, 20 Millionen mehr als
von Analysten geschätzt.
Wesentliche Aufwendungen für die Restrukturierung seien in die Bilanz aufgenommen worden, hieß es. Der Umsatz brach um mehr als die Hälfte auf 184,1 (Vorjahr: 352) Millionen Euro ein. Als Grund für das schwache Abschneiden nannte der Vorstand den "drastischen" Preisverfall. Bis zum Spätherbst des vergangenen Jahres hatte der Konzern aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt noch nichts von der Wirtschaftskrise zu spüren bekommen. Erst im Dezember 2008 wurden die Geschäftseinbrüche deutlich und Firmenchef Anton Milner schockte die bis dahin erfolgsverwöhnte Branche mit dem Zusammenstreichen seiner Prognosen. Anfang 2009 rauschte
Q-Cells dann tief in die Verlustzone. Preisverfall und Überkapazitäten in Folge des Nachfragerückgangs machen der Firma zu schaffen.
Trotz des bald endenden Geschäftsjahres traut sich der Vorstand weiterhin keine Prognose zu. Als Grund führte er neben dem schwierigen Tagesgeschäft auch die unübersichtlichen Kosten im Zusammenhang mit dem Konzernumbau an. Die Umsetzung verlaufe wie geplant, hiess es. Ab Dezember sollen bis zu 500 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung gehen. Ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet der Vorstand dann eine Entlastung der Kasse. Ende September beschäftigte
Q-Cells nach einer kräftigen Aufstockung der Mannschaft in der Boomzeit gut 2.750 Menschen. Die Aktie von
Q-Cells sank nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen vorbörslich um rund vier Prozent.
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