Deutschlands größter
Biotechnologiekonzern Qiagen eilt ungeachtet
der Wirtschaftkrise von Rekord zu Rekord. Im abgelaufenen
Geschäftsjahr schrieb das Unternehmen erstmals mehr als eine
Milliarde Dollar Umsatz und übertraf damit die Schätzungen von
Analysten.
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Auch der bereinigte Gewinn, der um 22 Prozent auf 200
Millionen Dollar stieg, lag über den Markterwartungen. "Wir sind
von der Wirtschaftskrise nur in wenigen Randsegmenten betroffen
und werden auch 2010 auf dem Wachstumspfad bleiben", sagte
Firmenchef Peer Schatz am Montag zu Reuters.
Im laufenden Jahr will der Konzern, der Tests zum Nachweis
von Krankheiten und Verfahren zur Isolierung von Erbmaterial
herstellt, seinen Umsatz von 1,01 Milliarden Dollar auf 1,12 bis
1,17 Milliarden Dollar ausbauen. Der bereinigte Gewinn je Aktie
soll zwischen 0,90 und 0,96 Dollar liegen nach 0,93 Dollar im
vergangenen Jahr. Impulse für das Geschäft erwartet die
Biotechfirma von den Konjunkturprogrammen, da ihre Kunden -
unter anderem Pharmakonzerne, Krankenhäuser und Universitäten -
auf zusätzliche Forschungsgelder hoffen dürfen.
Qiagen, das 1984 von Wissenschaftlern der Universität
Düsseldorf gegründet wurde, ist in den vergangenen Jahren durch
organisches Wachstum und Zukäufe expandiert. Auch 2010 will
Firmenchef Schatz die Augen nach Übernahmen offen halten.
"Theoretisch könnten wir über eine Milliarde Dollar für Zukäufe
ausgeben. Wahrscheinlicher sind aber kleinere Transaktionen im
Rahmen von 150 bis 250 Millionen Dollar pro Jahr." Nachdem der
Konzern in den USA im Dezember als eine von wenigen europäischen
Firmen in die Nasdaq 100 aufgenommen wurde, hält Schatz
mittelfristig auch in Deutschland einen Aufstieg in den
Leitindex Dax für denkbar. "Unser Hauptziel ist
Wachstum, Index-Zugehörigkeiten sind dann ein schöner
Nebeneffekt."
Im laufenden Jahr will der Konzern, der zuletzt wegen seiner
Vorsorgetests gegen die Schweinegrippe im Blickpunkt stand, mit
neuen Produkten punkten. "Wir werden 2010 einige sehr wichtige
Produkte auf den Markt bringen, die ein Umsatzpotential von ein
bis zwei Milliarden Dollar haben", sagte Schatz. Dabei will das
Unternehmen weiter unabhängig bleiben und sich nicht von einem
großen Pharmakonzern schlucken lassen. "Wir beliefern
mittlerweile fast alle großen Pharmafirmen der Welt. Unsere
Unabhängig ist ein Wert, den wir erhalten wollen."
BÖRSE ONLINE empfiehlt die Qiagen-Aktie nach wie vor zum Kauf. Mit gezielten Zukäufen hat der Hersteller von molekularen Tests seine dominante Position weiter ausgebaut. Der Trend zur personalisierten Medizin sorgt langfristig für gute Aussichten.
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