Der Chef des Billigfliegers Ryanair, Michael O’Leary liebäugelt wieder mit dem Kauf von neuen Flugzeugen. Damit stellt er jedoch die avisierte Dividende infrage.
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O’Leary lässt seine Investoren über die künftige Strategie von Europas größtem Billigflieger im Dunkeln. Er könne sich nun doch vorstellen, bis zu 300 neue Flugzeuge zu kaufen, sagte der Ire der Financial Times. Dabei könnten sowohl der Hauslieferant
Boeing als auch dessen Rivale Airbus zum Zuge kommen. Sollte der Manager ein solches, mehrere Milliarden Euro schweres Geschäft abschließen, dürfte dies die Hoffnungen seiner Anleger auf eine zuvor in Aussicht gestellte weitere Gewinnausschüttung zunichtemachen.
O’Leary ist dafür bekannt, dass er die Öffentlichkeit auch dafür nutzt, um seine Geschäftspartner unter Druck zu setzen. Bis Dezember hatte er mit
Boeing über den Kauf von 200 weiteren Maschinen zu einem Listenpreis von je 70 Mio. Dollar (55 Mio. Euro) verhandelt. Der Hersteller – der alle 250 Flugzeuge gebaut hat, die Ryanair aktuell nutzt – und die Gesellschaft beendeten die Gespräche jedoch, da man sich laut O’Leary nicht auf Vertragsdetails einigen konnte.
Stattdessen sagte er seinen Investoren zu, im Oktober erstmals in der Unternehmensgeschichte 500 Mio. Euro ausschütten zu wollen. Zudem deutete er an, dass es 2013 erneut eine Dividende geben könnte – sofern die Fluggesellschaft nicht bessere Verwendung für ihre wachsenden Barreserven finde. Diese Ankündigung wurde damals auch so gedeutet, dass O’Leary seine rasante Wachstumsstrategie im Zuge der Wirtschaftskrise aufgeben musste.
Mit günstigen Tickets von abgelegenen Flughäfen befördert Ryanair jährlich 65 Millionen Passagiere – und damit mehr als doppelt so viele wie British Airways.

Mit der vagen Andeutung, die Flotte womöglich doch vergrößern zu wollen, scheint O’Leary jetzt aber wieder in die Offensive gehen zu wollen: „Wenn sich sonst nichts ändert und wir immer noch so viel Bares generieren, kein Übernahmeziel gefunden haben und für das Geld auch keine Flugzeuge kaufen, werden wir sicherlich über eine zweite Dividende etwa Ende 2013 nachdenken“, sagte O’Leary jetzt. „Aber als Aktionär würde ich mich darauf noch nicht verlassen.“
Kaufziele könne er derzeit keine interessanten ausmachen, so O’Leary. Man habe aber beiden Flugzeugbauern im Frühsommer mitgeteilt, wenn der Preis und die Bedingungen stimmten, würde man 200 bis 300 Flugzeuge kaufen, sagte O’Leary. Konkrete Verhandlungen gebe es zurzeit allerdings nicht.
O’Leary bekräftigte zudem, dass er bei den Luftfahrtbehörden beantragt habe, künftig auf Kopiloten verzichten zu dürfen. In modernen Flugzeugen, „in denen in erster Linie der Computer fliegt“, seien Kopiloten unnötig, so O’Leary: „Die gesamte Branche würde ein Vermögen sparen.“ Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat diese Idee aber schon zurückgewiesen: „Der gewerbliche Betrieb von Verkehrsflugzeugen mit nur einem Piloten ist nicht zulässig“, sagte Hans-Henning Mühlke, Leiter der Abteilung Betrieb.
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