Manchmal muss man an der Börse viel Geduld haben. Während die Kurse der meisten Nebenwerte im Vorjahr kräftig nach oben zogen, kam die Schaltbau-Aktie einfach nicht vom Fleck. Zu groß war die Furcht vor den Folgen des Konjunktureinbruchs. Seit März 2010 hat sich das Blatt jedoch komplett gewendet.
Mit einer Kursrally bis in den Bereich an die 50-Euro-Marke gehört unsere Dauerempfehlung Schaltbau mittlerweile zu den besten heimischen Nebenwerten der vergangenen Monate. Nun steht das Papier jedoch vor einer wichtigen Weichenstellung, schließlich liegen die bisherigen Kursziele der Analysten genau an der 50-Euro-Marke. Gut möglich allerdings, dass die Finanzexperten neu rechnen müssen.
Bereits am 14. Juli hat der Münchner Verkehrstechnikspezialist seine Prognosen für 2010 angehoben und kalkuliert nunmehr mit einem Ergebnis von 6,10 Euro je Aktie. Die bisherige Zielvorgabe lag bei 5,40 Euro. Zur Einschätzung: Im Vorjahr verdiente Schaltbau 6,62 Euro je Anteilschein. Hintergrund der jüngsten Anpassung ist der „gegenüber den eigenen Erwartungen verbesserte Geschäftsverlauf in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres und die guten Aussichten für das zweite Halbjahr.“
Nach diesem Appetitanreger durften die Anleger also gespannt sein auf den Halbjahresbericht. Zumindest was den Umsatz angeht, sind die Auswirkungen der Auftragsflaute vom Jahresende 2009 aber noch deutlich zu spüren. So musste sich der Bahnzulieferer im ersten Halbjahr 2010 mit einem Erlösrückgang von 6 Prozent auf 133,9 Mio. Euro zufrieden geben. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) gab um 9,6 Prozent auf 11,4 Mio. Euro nach. Das Ergebnis je Anteilschein sackte um knapp 24 Prozent auf 2,87 Euro ein. Unterm Strich fielen die Minuszeichen damit aber harmloser aus als ursprünglich vermutet. Positiv ist auch, dass der Auftragseingang im ersten Halbjahr mit 153,3 Mio. Euro um neun Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert liegt.
Auch auf dem jetzigen Kursniveau bekräftigt BÖRSE ONLINE seine Kaufempfehlung für die Schaltbau-Aktie. Langfristig trauen wir der Gesellschaft eine deutliche Ausweitung der Umsätze, bei entsprechender Ergebnisverbesserung, zu. Dabei wird der Small Cap noch immer mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von signifikant weniger als zehn – nämlich 7,5 – gehandelt. Kein Wunder, dass einige Nebenwerteexperten die Schaltbau-Aktie langfristig sogar in dreistelligen Kursregionen notiert sehen.
BÖRSE ONLINE geht zudem davon aus, dass die Kursziele der bislang vorhandenen Analystenstudien nach oben angepasst werden. Bei einer unterstellten Ausschüttung von 0,50 Euro für 2010 ist die Dividendenrendite von gut einem Prozent für Aktionäre dabei allerdings nicht mehr sonderlich attraktiv. Aber wer auf Dividendenjagd ist, sollte sich ohnehin besser den Genussschein von Schaltbau (WKN: A0D66Z) ins Depot legen.
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