Das Schiedsgericht wird nun zunächst beide Seiten hören. Ein Schiedsspruch wäre für beide Parteien rechtlich bindend und kann vor einem staatlichen Gericht für vollstreckbar erklärt werden. Der Rechtsstreit dürfte nach Meinung von Juristen binnen sechs Monaten entschieden sein. "Sie können davon ausgehen, dass es im Sommer einen Schiedsspruch geben wird", sagte Timo Holzborn von der Münchner Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds. Vorteil des Verfahrens sei die Vertraulichkeit. Dagegen bekomme bei staatlichen Gerichten jeder mit, wenn etwas Spektakuläres laufe. Während des Verfahrens habe
VW kaum Möglichkeiten für Verzögerungen. Dies sei allenfalls bei der anschließenden Vollstreckung möglich.
Analysten halten es für möglich, dass
VW das Verfahren hinauszögern wird, um Suzuki daran zu hindern, den Anteil an einen Rivalen wie Fiat weiter zu reichen. Frank Schwope von der NordLB verwies darauf, dass
VW beim schwedischen Lkw-Bauer Scania zehn Jahre Geduld gehabt habe, bevor der Konzern sein Ziel erreichte. "Auch dieses Mal könnten die Wolfsburger die Zeitkarte spielen, zumal sie angesichts der vollen Kassen mit einer Nettoliquidität von gut 21 Mrd. Euro keine finanziellen Sorgen haben." Im Laufe der Jahre könnten die handelnden Personen bei Suzuki wechseln und der Streit in den Hintergrund treten, vermutet der Autoexperte. Ähnlich hatte sich VW-Chef Martin Winterkorn geäußert: "Wenn bei Suzuki die aktuelle Führungsmannschaft nicht mit uns zusammenarbeiten will, dann will es vielleicht die nächste Generation", sagte er unlängst dem "Handelsblatt".
In dem seit Monaten tobenden Rosenkrieg wirft Suzuki
VW Vertragsbruch vor und argumentiert damit, der deutsche Konzern habe ihm den Zugang zu wichtigen Technologien verwehrt. Davor hatte
VW Suzuki seinerseits des Vertragsbruchs bezichtigt, weil die Japaner Dieselmotoren vom italienischen Konkurrenten Fiat bezogen. Als Ursache für den erbittert geführten Schlagabtausch gilt die Furcht des japanischen Familienkonzerns vor einem Verlust an Eigenständigkeit. Denn der mächtige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech hatte den japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten schon als nächste Marke in seinem Riesenreich betrachtet.
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