Siemens Obamas Powerfrau und die Milliardenspritze
[11:02, 02.08.10]
Von Franz-Georg Wenner
Siemens-Aktien zählen zu Wochenbeginn mit einem Plus von mehr als 2,5 Prozent zu den DAX-Gewinnern. Kein Wunder, es gibt einige gute Nachrichten für den Mischkonzern.
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Händler verweisen unter anderem auf die Meldung, dass der Netzausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) mit einer Reihe von Beteiligungsgesellschaften über eine Kapitalspritze von mindestens einer Milliarde Dollar spricht. Nach Angaben des "Wall Street Journal" (WSJ) sollen die Investoren im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung erhalten. Dem Bericht zufolge werden derzeit mit Silver Lake Partners, TPG, Blackstone, Bain Capital und KKR Gespräche geführt. Damit könnten zugleich auch die Chancen steigen, dass defizitäre Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens an die Börse zu bringen und später komplett auszusteigen.
Die Schweizer sind begeistert
Bewegt werden die Papiere am Morgen aber auch von neuen Einschätzungen durch Analysten. Als Reaktion auf das starke Zahlenwerk hat die Credit Suisse die Bilanz noch einmal genauer unter die Lupe genommen und hat dabei offenbar neue Erkenntnisse gewonnen. Während das Rating bei „Outperform“ belassen wurde, sehen die Analysten das Kursziel nun bei 96 Euro. Bisher lag die anvisierte Messlatte noch bei 80 Euro. Analyst Simon Smith verwies in seiner Studie vom Montag als Begründung auf die sehr gute Margenentwicklung. Die Bedenken des Marktes hinsichtlich sinkender Margen im Geschäftsjahr 2010/11 durch spätzyklische Belastungen in der Energy-Sparte seien hinfällig. Nachdem das Management gezeigt habe, dass es die gesteckten Ziele erreichen könne, empfehle er den Kauf des Titels.
Zuvor hatten sich bereits andere Experten recht optimistisch zum Zahlenwerk geäußert. Morgan Stanley erhöhte das Kursziel leicht von 82 auf 83 Euro und beließ die Einstufung bei „Euqal-weight“. Mehr Potenzial nach oben sehen die Experten bei JMorgan: Nach den Zahlen sehen die Amerikaner den Kurs bei 95 Euro und bestätigten Ihre Einschätzung mit „Overweight“. Der Industrie- und Elektrokonzern habe sehr gute Ergebnisse vorgelegt, aus denen vor allem die Auftragseigänge und der Cash Flow positiv hervorgestochen hätten, schrieb Analyst Andreas Willi.
Guter Draht ins Weiße Haus
Für noch mehr Fantasie könnte aber auch eine Nachricht vom Wochenende sorgen. Siemens hat die Kommunikationsexpertin Camille Johnston für sich gewonnen. Sie war bisher Pressesprecherin für die First Lady Michelle Obama. Den Grund, warum die 42-jährige den mit 102.000 Dollar bezahlten Job im Weißen Haus aufgab, gab sie bisher nicht bekannt. Unter dem Strich dürften die Chancen von Siemens, auf dem größten Einzelmarkt noch mehr Aufträge – vor allem aus dem US-Konjunkturpaket - an Land zu ziehen, mit dem Coup deutlich gestiegen sein. Immerhin wird, wie die „SZ“ berichtet, Johnston nachgesagt, „sie könnte noch am Nordpol Kühlschränke verkaufen“. Am 7. September wird Johnston den neuen Posten als Vizepräsidentin von Siemens USA antreten.
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