Mit einem komplizierten Verfahren will
Conergy die Schuldenlast abbauen. Zuerst soll das Grundkapital gesenkt werden, um anschließend eine Kapitalerhöhung vornehmen zu können. Dabei verlieren die Aktionäre.
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Sebastian Biedenkopf versucht es mit Dramatik: „Die Umsetzung des Konzepts ist die Grundvoraussetzung für Conergys wirtschaftliches Überleben.“ Der Finanzchef des quasiinsolventen Solarkonzerns blickt ernst zu den rund 200 Aktionären hinab. „Da kann er ja gleich ,alternativlos‘ sagen“, murmelt einer von ihnen, der auf das Unwort des Jahres 2010 anspielt. Prompt spricht Biedenkopf es aus: „Ohne Alternative“ sei der Rettungsplan. Auch wenn es wehtue.
Conergy steckt mitten in einer dramatischen Restrukturierung. Biedenkopf will die Aktionäre überzeugen, dass sie sich selbst enteignen – mit einem komplizierten Konzept. Der Finanzvorstand, erst seit November im Amt, ist mangels Vorstandschef der Hauptredner auf dem Aktionärstreffen am Freitag in Hamburg.
Mit Bildern voller hellblauer und dunkelblauer Balken und Pfeile von rechts nach links und links nach rechts erklärt Biedenkopf, wie
Conergy entschuldet werden könnte: Das Grundkapital soll erst von rund 400 Mio. auf rund 50 Mio. Euro herabgesetzt werden – eine Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis acht zu eins. Dann soll das Grundkapital mit einer Kapitalerhöhung von bis zu rund 188 Mio. Euro wieder hochgefahren werden. Die Anteile der Aktionäre verwässern.
Um die Aktionäre ein wenig zu besänftigen, stellt er für 2011 wieder Gewinne in Aussicht. „Die Unternehmensplanung sieht eine Steigerung des Umsatzes größer zehn Prozent vor“, so Biedenkopf, sowie eine weitere Verbesserung des Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). „Hiermit ist wieder ein positives Nettoergebnis geplant.“ Schwarze Zahlen schrieb
Conergy zuletzt 2006. Ohne den Schuldenberg könne
Conergy endlich wieder richtig arbeiten.
Die Großaktionäre
Commerzbank und die Beteiligungsgesellschaft Athos Service haben das Rettungspaket mitverhandelt. Die Mehrheit der Stimmen auf der Hauptversammlung ist damit ohnehin sicher. Den vermeintlichen Entscheidern, den Aktionären auf der Hauptversammlung, bleibt keine Wahl. Am Ende haben sie Kapitalschnitt und Kapitalerhöhung mit 99,5 Prozent der Stimmen angenommen. Alternativlos eben.
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