Q-Cells wird im laufenden Geschäftsjahr tiefrote Zahlen schreiben. Für 2012 gehe der Vorstand bei einem Umsatz von 865 Millionen Euro von einem operativen Verlust (Ebit) von 90 Millionen Euro aus, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Erst 2014 werde wieder mit einem operativen Gewinn gerechnet, der dann bei acht Millionen Euro liegen solle.
Der Konzern hat mehr als die Hälfte seines Grundkapitals aufgezehrt und muss deshalb seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen. Zur Restrukturierung seiner Finanzverbindlichkeiten strebt
Q-Cells ein zweistufiges Verfahren an, nachdem das Landgericht Frankfurt den ursprünglichen Plan zur Stundung abgewiesen hat. Danach sollen die Inhaber der Ende Februar fälligen Wandelschuldverschreibung eine zeitlich gestaffelte Teilrückzahlung erhalten, im zweiten Schritt sollen die 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen mittels eines Schulden- und Kapitalschnitts in Eigenkapital überführt werden.
Mit Blick auf 2012 rechnet
Q-Cells auf Basis des im November aufgestellten Geschäftsplans weiterhin mit Verlusten. Demnach werden ein Umsatz in Höhe von 865 Mio. Euro, ein EBITDA vor Restrukturierungskosten von minus 14 Mio. Euro und ein EBIT vor Restrukturierungskosten in Höhe von minus 90 Mio. Euro angepeilt. Wesentliche Voraussetzung für die Rückkehr in die Gewinnzone der mittelfristigen Geschäftsplanung ist nach Angaben von
Q-Cells aber die zügige Umsetzung der Finanzrestrukturierung aller drei ausstehenden Wandelschuldverschreibungen. Erst für 2013 ist wieder mit einer Besserung und einer Rückkehr in die Gewinnzone zu rechnen.
An der Börse hat der Wert schon lange an Vertrauen verloren. Ende August vergangenen Jahres tauchte die Aktie erstmals unter einen Euro. Nach einer kurzen Gegenbewegung im November geht es seitdem südwärts. Heute verlieren die Aktien 15 Prozent auf 0,42 Euro. Die Pläne zu einem Kapital- und Schuldenschnitt bei Anleihen verringerten zwar die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz, sagte ein Analyst. Er halte die Umsatzziele des Unternehmens allerdings für sehr ehrgeizig. Außerdem sehe das Management offenbar weniger Raum für Einsparungen als er erwartet habe.
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