Der Softwareentwickler
SAP hat das beste Jahr seiner Unternehmensgeschichte hinter sich. Eine anhaltend gute Nachfrage der Firmenkunden bescherte dem weltgrößten Anbieter von Software zur Unternehmenssteuerung einen Umsatzzuwachs um 14 Prozent auf 14,23 Mrd. Euro, teilte der Konzern am Freitag in Walldorf mit.
Die beiden SAP-Chefs sprachen von einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld, ließen aber offen, ob Kunden Verträge verschoben hatten. Laut ihrer Aussage hat sich
SAP besser geschlagen als die Konkurrenz. "Wir haben deutlich Marktanteile gewonnen und sind in allen Regionen zweistellig gewachsen", ließen sich Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, Vorstandssprecher der
SAP, in einem Statement zitieren. Mit einer um Sondereffekte und Wechselkurse bereinigten operativen Marge von 33,1 Prozent übertraf
SAP seine selbstgesteckte Prognose von 32,5 bis 33 Prozent und beförderte damit den Aktienkurs deutlich nach oben. Zum Jahresende machen Softwarekonzerne üblicherweise den meisten Umsatz, weil IT-Abteilungen ihre Budgets ausreizen.
Auch die um 17 Prozent auf 11,35 Mrd. Euro gestiegenen Erlöse aus dem Verkauf von Softwarelizenzen und Wartungsdiensten fielen besser als erwartet aus, wobei ebenfalls Sondereffekte und Wechselkursschwankungen außer Betracht blieben.
Das Betriebsergebnis bei
SAP schoss sogar um 88 Prozent auf 4,88 Mrd. Euro nach oben. Zu dem Gewinnplus hatte die Wende im Rechtstreit mit dem Rivalen Oracle um die ehemalige Tochter Tomorrow Now geführt. Das Gericht hatte das Jury-Urteil über 1,3 Mrd. Dollar kassiert und den Schadenersatz auf 272 Mio. Dollar gesenkt.
SAP hatte für den Rechtstreit 2010 Rückstellungen von 980 Mio. Euro gebucht, die wurden nun teilweise aufgelöst und flossen mit 720 Mio. Euro ins Betriebsergebnis ein.
SAP hatte sich selbst einen Zuwachs von zehn bis 14 Prozent zugetraut. Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr will das Unternehmen am 25. Januar veröffentlichen.
Andere Softwarefirmen wie Oracle und die
Software AG hatten ihre Prognosen für das zurückliegende Quartal verfehlt und damit die Anleger schockiert. Beide Unternehmen führten sowohl die schwierige konjunkturelle Lage als auch hausgemachte Probleme als Begründung an. Der Marktforscher Gartner hatte vergangene Woche gewarnt, Euro-Krise und die Flut in Thailand werde das Wachstum der weltweiten IT-Industrie noch stärker bremsen als bislang erwartet und seine Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben gesenkt. Die Umsätze mit Unternehmenssoftware sieht Gartner in diesem Jahr nur noch um 6,4 Prozent wachsen, nach 9,6 Prozent im Vorjahr.
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