Empfehlungen Deutschland & Europa

Tom Tailor Modeunternehmen verspricht Gewinne

[11:05, 11.08.10]


Der Ausbau des eigenen Ladennetzes und ein wachsender Internethandel helfen dem Modeunternehmen Tom Tailor auf dem Weg in die schwarzen Zahlen. 23 Neueröffnungen sind geplant.


Tom Tailor Hldg N
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
verkaufen
WKN
A0STST
Börsenwert
200,82 Mio €
KGV 12e
12,15
Aktueller Kurs
12,80 €
Kurs Erscheinungstag
12,56 €
Veränd. z. Vortag
2,11 %

Mehr zum Thema



Aktienanalyser

Die Aktien im Branchen-vergleich: Klicken Sie hier

Sie möchten weitere Branchen analysieren? Dann klicken Sie hier 





Im ersten Halbjahr 2010 stieg das bereinigte Ergebnis (Ebitda) auf 13,5 Mio. Euro nach 7,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Fehlbetrag des bereinigten Periodenergebnisses sank in den ersten sechs Monaten 2010 um mehr als zwei Drittel. Es fiel jedoch immer noch ein Verlust von 3,4 Mio. Euro an, teilte das Hamburger Unternehmen mit. „Wir gehen von einer weiteren nachhaltigen Verbesserung unseres Ergebnisses aus“, sagte Tom-Tailor-Chef Dieter Holzer mit Blick auf die zweite Jahreshälfte.

Tom Tailor gehörte im März zu den ersten Unternehmen, denen nach der Wirtschaftskrise ein Börsengang gelang. Die 140 Mio. Euro, die das 1962 gegründete Unternehmen dabei einnahm, wurden mehrheitlich zur Schuldentilgung, aber auch zum Ausbau des eigenen Ladennetzes genutzt. Im ersten Halbjahr habe Tom Tailor die Zahl der eigenen Stores um neun auf 96 Geschäfte erhöht, Mietverträge für 23 weitere Neueröffnung in den kommenden Monaten seien bereits unterschrieben.

Laut Holzer soll der Anteil des eigenen Retailgeschäfts am Unternehmensumsatz von zuletzt 300 Mio. Euro mittelfristig überproportional steigen. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Analysten rechnen jedoch mit einer Steigerung von derzeit 30 Prozent auf mindestens 40 Prozent. Zum Vergleich: Konkurrent Esprit macht etwa die Hälfte seines Umsatzes auf eigenen Flächen.

Mit seinem Fokus auf dem eigenen Retailgeschäft folgt Tom Tailor einem breiten Trend in der Modewelt. Auch Modeunternehmen wie Tommy Hilfiger, Hugo  Boss oder  Gerry Weber wollen über eigene Läden wachsen. Die Branche versuche so, aus der Not eine Tugend zu machen, findet HSBC-Analyst Tobias Britsch. „Die Kunden sind wählerischer geworden und wollen topaktuelle Mode. Und die lässt sich in eigenen Läden, mit denen sich zudem noch eine bessere Bruttomarge erzielen lässt, besser präsentieren als in großen Kaufhäusern mit ihrer Vielzahl von Marken“, so Britsch. Erfolgreiche Modeketten wie H&M oder Zara, die teilweise im Monatstakt neue Kollektionen ausliefern, können in ihren eigenen Läden schnell auf neue Modetrends reagieren.

Eben dies, glaubt Andreas Riemann, Handelsexperte bei der  Commerzbank, treibe die etablierten Marken der Modebranche zunehmend dazu, eigene Läden zu eröffnen. „An Beispielen wie SinnLeffers oder Hertie konnte man sehen, dass die Großen ihre Verkaufsflächen oft nicht effizient bewirtschaften können. In eigenen Läden merkt ein Hersteller sehr schnell, was gut läuft und was nicht, und kann entsprechend reagieren“, sagte Riemann.

Bislang konnte Tom Tailor die Anleger nicht begeistern. Der Aktienkurs bewegte sich seit dem Börsengang Ende März nur unwesentlich über den Ausgabekurs hinaus und stürzte Ende Juni durch den schwachen Euro-Kurs und die deshalb befürchteten höheren Produktionskosten in Asien sogar um knapp 20 Prozent ab.

Erst in den Tagen vor Bekanntgabe der Halbjahreszahlen zog er – offenbar in Erwartung guter Ergebnisse – wieder an. Die nun vorgelegten Ergebnisse nannten Analysten „erwartbar“. „Bei der Erfolgsgeschichte, die sie vor dem Börsengang erzählt haben, musste Tom Tailor das auch liefern“, sagte ein Analyst.

Der Umsatztreiber im ersten Halbjahr 2010, in dem Tom Tailors Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um knapp zehn Prozent auf 147 Mio. Euro gestiegen sind, war das eigene Retailgeschäft. Auf bestehender Fläche hätten die Umsätze hier um 5,8 Prozent zugelegt. Das Onlinegeschäft mit eingerechnet betrug die Steigerung sogar gut 14 Prozent.

Holzer trimmt Tom Tailor gezielt auf Größe, um von günstigeren Einkaufspreisen profitieren zu können. Dadurch würde sich auch die Gewinnmarge des Unternehmens verbessern. Die liegt gegenwärtig bei 9,1 Prozent und ist damit im Branchenschnitt vergleichsweise niedrig. Die Rendite des ungleich größeren Konkurrenten Esprit etwa liegt bei knapp 20 Prozent, die von H&M sogar weit darüber.


Kursinformationen + Charts

Unternehmen ISIN Aktuell Veränderung Details
Tom Tailor Hldg N DE000A0STST2.DE 12,80 + 2,11 %  Detailinformationen
Hennes & Mauritz-B- SE0000106270.F 24,13 -2,91 %  Detailinformationen
Esprit Hldgs BMG3122U1457.F 1,36 -2,16 %  Detailinformationen

 

© 2010 ftd

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.384,26

-16,80 Punkte/-0,26%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
36,39 +2,67%
23,26 +1,77%
45,92 +1,59%
103,55 +0,63%
DAX Flops
  Kurse Diff%
15,58 -2,69%
13,27 -2,03%
81,00 -1,73%
51,73 -1,64%
Am 24. Mai findet die HV der Telekom statt. Wie beurteilen Sie die T-Aktie?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 23/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »