Zum Mekka der Hardcore-Zocker avanciert zurzeit München. Wie aus dem Nichts schießen die Notierungen der insolventen Firmen Tria IT-Solutions und Azego steil in die Höhe. Zwischen beiden Firmen gibt es erstaunliche Parallelen. Im Hintergrund ist aber offenbar noch eine ganz andere Gesellschaft beteiligt.
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Ungewohnte Bilder an den Spitzen der Aktien-Hitlisten. Mit Zuwächsen von jeweils deutlich mehr als 150 Prozent stellten die Aktien des dahindarbenden Softwarehauses Tria IT-Solutions und von Azego am Montag, 6. September alle anderen in den Schatten. Woher das plötzliche Kaufinteresse kommt, ist unklar. Fakt ist, dass der ursprünglich mal als ACG firmierende frühere Chipbroker Azego bereits Anfang 2008 Insolvenz anmelden musste. Zu Neuer-Markt-Zeiten hatten sich ACG (Advanced Component Group) und die damals vom Motivationskünstler Erich Lejeune geführte ce Consumer Electronic noch einen erbitterten Schlagabtausch geliefert.
Mittlerweile sind die Überbleibsel aus der New-Economy-Boomzeit jedoch enger zusammengerückt. Während die ursprüngliche Azego längst abgewickelt wurde, ist die Azego Components AG offenbar noch aktiv und bezeichnet sich auf ihrer Homepage ganz bescheiden als „ein führender unabhängiger weltweit agierender Komponenten- und Technologielieferant mit Logistikdienstleistungen für die Halbleiterindustrie“. Sitz des Unternehmens ist die Dornbacher Straße 3a in Feldkirchen bei München.
Dieselbe Adresse ist auch auf der Homepage (www.ceglobal.de) im Impressum der ce Global Sourcing zu finden. Die seit Anfang September 2010 als HPI AG (Hoechst Procurement International) firmierende Gesellschaft hat ihre Wurzeln zur Hälfte bei der ehemaligen ce Consumer Electronic und wird von Michael Negel, einem früheren Mitstreiter Lejeunes, geführt. Negel fusionierte das eigene Chipgeschäft vor nicht allzu langer Zeit mit dem Einkaufsdienstleister HPI, die wiederum ursprünglich mal – wie der Name erkennen lässt - eine Hoechst-Tochter war.
Gemeinsam streben beide Firmen nun einer besseren Börsenzukunft entgegen. Die bislang präsentierte Börsenstory liest sich denn auch ganz manierlich. Negel befindet sich zurzeit auf Roadshow und stellt das Unternehmen den Analysten und Investoren vor. Nach einer steilen Rally befindet sich die Notiz momentan im Konsolidierungsmodus, verteidigt die Marke von gut 2 Euro aber sehr tapfer. Branchenkreise halten es für nicht ausgeschlossen, dass HPI und das Restgeschäft von Azego enger zusammenrücken. "Es ist richtig, dass eine operative Einheit der ce-Gruppe eine gemeinsame Büroadresse mit der nicht börsennotierten Azego AG hat und ein gemeinsam genutztes Lager- und Logistikcenter. Aber das schon seit gut 1 bis 2 Jahren", sagt Negel.
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