Allen Problemen an den Kapitalmärkten zum Trotz verdient die Schweizer Bank rund 2 Mrd. Franken. Institutschef Grübel warnt vor einem Anhalten der Marktverwerfungen. Anleger sind weniger zurückhaltend, die Aktie ist äußerst gefragt.
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Trotz der schweren Turbulenzen an den Kapitalmärkten hat die Schweizer Bank
UBS im abgelaufenen Vierteljahr den dritten Quartalsgewinn in Folge erzielt. Das Institut verdiente 2,01 Mrd. Schweizer Franken (1,47 Mrd. Euro) und damit deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Abfluss von Kundengeldern verlangsamte sich deutlich: Insgesamt zogen Klienten 8,1 Mrd. Franken ab, in den ersten drei Monaten des Jahres waren es noch 15,4 Mrd. Franken gewesen.
Bankchef Oswald Grübel zeigte sich zufrieden, gab aber einen vorsichtigen Ausblick: "Die Sorgen um die Nachhaltigkeit der Erholung der Weltkonjunktur könnten dazu führen, dass die Märkte schwankungsanfällig und weitgehend richtungslos bleiben. Wir glauben, dass könnte das Ausmaß der Kundenaktivität quer über unsere Geschäftsfelder weiter drücken. Zudem erwarten wir, dass wir geringere Gebühren aus der Verwaltung von Portfolien einnehmen werden als im zweiten Quartal, da das Volumen der investierten Aktiva Ende Juni niedriger war." Investoren reagierten erfreut: Die Aktie lag am Vormittag rund neun Prozent im Plus.
Mit Blick auf den Steuerstreit mit den USA sagte Grübel, er erwarte, dass die Bank alle offenen Fragen bis Oktober geklärt haben werde. Das Schweizer Parlament hatte vergangenen Monat ein Abkommen akzeptierte, das die Herausgabe von Daten über rund 4450 UBS-Kunden an die US-Steuerbehörden regelt. Die Vereinigten Staaten haben den Verdacht, dass reiche Amerikaner mit Hilfe der Bank jahrelang Steuern hinterzogen haben. Der Konflikt hatte das US-Geschäft des Geldhauses bedroht.
Vom Datendienstleister Thomson Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Reingewinn von 1,3 Mrd. Franken erwartet. Im ersten Vierteljahr hatte
UBS 2,2 Mrd. Franken verdient. Vor Jahresfrist war noch ein Verlust von 1,4 Mrd. Franken aufgelaufen.
Im Investmentbanking steigerte die
UBS entgegen dem Branchentrend den Gewinn im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres: Das Ergebnis stieg auf 1,3 Mrd. Franken, von knapp 1,2 Mrd. Franken zuvor. Hintergrund waren Zuwächse im Aktiengeschäft, aber auch ein Sondereffekt: Wertsteigerungen eigener Verbindlichkeiten brachten der Bank ein Plus von fast 600 Mio. Franken.
Die Geldhäuser litten im zweiten Quartal unter Marktverwerfungen. Sorgen von Anlegern um ein Zurückrutschen in die Rezession und die Schuldenkrise in Europa führten im Mai und Juni zu Turbulenzen. Das hat die Einnahmen der Banken aus dem Kapitalmarktgeschäft teils erheblich einbrechen lassen. Institute wie
Goldman Sachs ,
Citigroup sowie
Credit Suisse meldeten für das zweite Quartal daher Gewinnrückgänge.
Die
UBS gehört zu den Banken, die von der Finanzkrise am härtesten getroffen wurden. Hohe Abschreibungen im Investmentbanking und ein Steuerstreit mit den USA beschädigten das Vertrauen reicher Privatkunden enorm. Daher verlor das Institut in seinem Kernsegment, dem Geschäft mit sehr vermögenden Klienten, Milliarden an Kundengeldern. Das Geldhaus verlor an Boden zum Erzrivalen
Credit Suisse, der vergleichsweise gut durch die Krise kam.
Insgesamt zogen reiche Kunden in den zwei Jahren bis März netto rund 244 Mrd. Franken ab. Grübel hatte vor Monaten gesagt, er rechne damit, dass die
UBS bis Jahresende wieder Zuflüsse verzeichnen werde. In der Sparte Wealth Management and Swiss bank lag der Gewinn mit 1,3 Mrd. Franken in etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Die Marktverwerfungen führten allerdings dazu, dass die verwalteten Vermögen zurückgingen: Sie lagen konzernweit bei 2180 Mrd. Franken nach 2267 Mrd. Franken per Ende März.
Seit dem Schlussquartal 2009 schreibt die
UBS wieder schwarze Zahlen, befeuert von dem Boom an den Kapitalmärkten. Investoren schöpften Hoffnung: Die Aktie der Bank hat in diesem Jahr 2,2 Prozent verloren. Zum Vergleich: Der 54 Titel umfassende Bloomberg Europe Banks and Financial Services Index hat 2,3 Prozent eingebüßt.
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