Nach der Übernahme durch den spanischen Rivalen lichtet sich das Führungspersonal beim Essener Baukonzern weiter. Martin Rohr ist der vierte Spitzenmanager, der
Hochtief verlässt. Er hinterlässt eine wichtige Aufgabe.
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Beim an die spanische
ACS verkauften
Hochtief -Konzern geht ein weiterer Vorstand von Bord. Der für Amerika und für das zum Verkauf gestellte Flughafengeschäft zuständige Martin Rohr scheide "aus Gründen seiner persönlichen Lebensplanung" aus, teilte
Hochtief am Dienstag mit.
Der deutsche Baukonzern kämpft nach der Übernahme durch ACS mit Auflösungserscheinungen. Die Flucht der Führungskräfte strapaziert die Glaubwürdigkeit der Beteuerungen des Hochtief-Chef Frank Stieler, wonach sich bei
Hochtief unter ACS - außer den Mehrheitsverhältnissen - nicht viel ändere.
In der Vergangenheit hatten im Zusammenhang mit dem Mehrheitswechsel Ex-Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter, Finanzchef Burkhard Lohr und der für die Flughafensparte zuständige Vorstand Peter Noé bereits
Hochtief verlassen. Lohr mochte sich mit dem neuen Mehrheitseigner nicht abfinden, ebenso wenig wie Vorstandskollege Noé. Lütkestratkötter, der sich heftig gegen ACS gewehrt hatte, war mit Ablauf der Hauptversammlung am 12. Mai abgetreten.
Der 56jährige Rohr mache von seinem vertraglichen Sonderkündigungsrecht Gebrauch - dieses erlaubt ihm ein Ausscheiden im Zusammenhang mit der Übernahme Hochtiefs durch den spanischen ACS -Konzern.
Rohr sei nun aber der letzte Vorstand, in dessen Vertrag noch ein Sonderkündigungsrecht enthalten gewesen sei, unterstrich
Hochtief nun. Rohrs Aufgaben übernehme der neue von Ferrostaal kommende Finanzvorstand Peter Sassenfeld, bis ein Nachfolger für den Manager gefunden sei.
Der Rückzug von Rohr stellt nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen keinen Rückschlag für den geplanten Verkauf der Flughafenbeteiligungen des Konzerns dar. Der Verkaufsprozess dauere unvermindert an,
Hochtief konzentriere sich darauf, einen "vernünftigen Wert" für die Beteiligungen zu heben, sagte ein Mitglied des Hochtief-Kontrollgremiums am Dienstag zu Reuters. Für
Hochtief gebe es keinen Druck in den Gesprächen, der Konzern habe gerade seine Refinanzierung erfolgreich erneuert.
Ein Grund dafür, dass die Verkaufsgespräche weiter andauerten, seien auch die Turbulenzen an den Finanzmärkten - für Interessenten werde die Finanzierung einer Übernahme der Beteiligungen nicht einfacher, diese koste "Zeit und Nerven".
Rohrs Ausscheiden liege auch nicht in der Übernahme Hochtiefs durch den spanischen ACS-Konzern begründet, hieß es in den Kreisen des Aufsichtsrats weiter. ACS verhalte sich "sachorientiert und vernünftig".
Ein Hochtief-Sprecher sagte, der Verkauf der Flughafen-Beteiligungen sei weiter für 2011 oder 2012 geplant.
Hochtief befinde sich in "intensiven Gesprächen" mit Investoren.
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