Übernahmespekulationen erteilte Solarworldchef Frank Asbeck am Donnerstag eine klare Absage: „Darüber führe ich mit
RWE momentan keine Gespräche“, sagte er gegenüber BÖRSE ONLINE. Und ohne ihn dürfte eine Übernahme schwierig werden. Denn immer noch hält er einen Großteil der Anteile am Konzern. Wegen des Gerüchts legte der Aktienkurs des TecDAX-Titels im Laufe des Tages rund zehn Prozent zu.
Impulse kamen zudem aus Asien. Drei Gigawatt pro Jahr soll die neu installierte Solarleistung dort betragen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag sie bei rund einem Gigawatt. Überraschend ist das allerdings nicht. Experten gingen bereits davon aus, dass bis zum Jahr 2020 im Reich der Mitte die installierte Leistung bis zu 50 Gigawatt betragen soll. Dennoch schossen chinesische Solaraktien in den vergangenen Tagen nach oben: Der Kurs des Modulproduzenten Trina Solar legte sogar um 50 Prozent zu. Und auch bei Yingli ging es steil bergauf. Positiv ist auch zu werten, dass der Preis für das wichtige Polysilizium erstmals seit langem wieder anzieht und sich sogar zu stabilisieren scheint. Durch die hohe Nachfrage nach Solarmodulen in Deutschland im Dezember scheinen sich die Lager der Anbieter nach und nach zu leeren.
Nichts desto trotz dürften für die Kursexplosion hauptsächlich Spekulanten verantwortlich sein, die auf fallende Kurse setzten und sich jetzt wieder eindecken müssen. An der fundamentalen Situation der Unternehmen hat sich in den vergangenen drei Tagen nichts geändert.
Solarworld-Chef Asbeck glaubt nicht, dass der Preisverfall im Jahr 2012 ähnlich hoch sein wird, wie im vergangenen Jahr. „Ich gehe davon aus, dass die Modulpreise in diesem Jahr lediglich um 10 Prozent fallen.“ Er will sich auch künftig auf die Zell- und die Modulproduktion konzentrieren. Den Kostenvorteil der chinesischen Unternehmen sieht er als gering an. „Alleine die Transportkosten fressen diesen auf." Trotz des starken Zubaus im Dezember rechnet er nicht damit, dass 2012 der Zubau in Deutschland begrenzt und ein sogenannter Deckel eingezogen wird. „Die Kostendegression in den vergangenen Jahren war hoch. Solarstrom wird immer günstiger.“
Im dritten Quartal 2011 war sein Unternehmen durch den starken Preisverfall in die roten Zahlen gerutscht. Das vierte Quartal dürfte allerdings wieder um einiges besser ausgefallen sein. Vom Boom in China dürfte
Solarworld allerdings wenig abbekommen. Dort werden es vor allem Konzerne wie Trina und Yingli sein, die vom Ausbau profitiert. Anleger die
Solarworld Aktien noch im Depot haben, sollten sie momentan behalten.
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