Im Zuge des laufenden Verkaufsprogramms von Unternehmensanteilen bietet der Essener Konzern seine bisher teuerste Beteiligung an. Analysten äußerten sich zuletzt deutlich optimistischer zur Aktie.
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Der Energieversorger RWE will sich bis Jahresende von seiner tschechischen Tochter NET4GAS trennen. "Wir planen NET4GAS dieses Jahr zu verkaufen und wir bereiten die notwendigen Schritte vor", sagte ein Sprecher der tschechischen Gastochter RWE Transgas am Donnerstag. Net4Gas betreibt ein 2500 Kilometer langes Netz in dem Land. Der Anfang August angekündigte Verkauf ist Teil eines größeren Programms von RWE, innerhalb dessen sich der Versorger bis Ende 2013 von Unternehmensteilen im Wert von bis zu elf Milliarden Euro trennen will.
Die Tageszeitung "Hospodarske Noviny" berichtete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Quelle, es werde erwartet, dass sich rund zehn Unternehmen am Bieterverfahren der Transgas beteiligen würden, die meisten davon tschechische Finanzinvestoren mit Bezug zum Energiegeschäft. Die tschechische Energieholding EPH und der Finanzinvestor KKCG sagten der Zeitung zufolge, sie würden wahrscheinlich bieten. Auch die Investmentgruppe Penta Investments und der vom polnischen Staat kontrollierte Pipeline-Betreiber Gaz-System könnten bieten, hieß es in dem Blatt. Für Net4Gas könnte nach Einschätzung von Analysten ein Verkaufspreis von umgerechnet 1,6 bis 2,7 Milliarden Dollar oder rund zwei Mrd. Euro erzielt werden.
Kostensenkungsprogramm überzeugt
Neben dem laufenden Verkaufsprogramm von Beteiligungen sorgte der Energiekonzern in dieser Woche mit der Ankündigung eines wesentlich größeren Kostensenkungsprogramms für positives Echo bei den Analysten. Der künftige RWE -Chef Peter Terium dreht bereits ein halbes Jahr vor seinem Amtsantritt an der Kostenschraube. Der Sparkurs des bisherigen Amtsinhabers Jürgen Großmann bei dem vom Atomausstieg hart getroffenen Konzern reicht dem Niederländer nicht aus, der im Juli die Führung übernehmen soll. Rund eine Milliarde Euro will Terium in den Jahren 2013 und 2014 zusätzlich einsparen. RWE will Details zu seinem Sparprogramm nach eigenen Angaben auf der Bilanzpressekonferenz Anfang März vorstellen.
Die Analysten von JP Morgan Cazenove bestätigten ihre Einschätzung von RWE mit „Neutral“ und sehen das Kursziel bei 32 Euro. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die Deutsche Bank. Analyst Alexander Karnick sieht den Wert als eine Halteposition und beließ das Kursziel bei 32 Euro. „Es bestehe erhebliche Unklarheit über die Details bis zur nächsten Zahlenvorlage im März. Die Möglichkeit von höheren Gewinnschätzungen dürfte die Aktie aber weiter antreiben“, so der Experte. Auch für Michael Romer, Analyst von Sarasin Research, drängt sich ein Kauf derzeit nicht auf. Zwar seien die Kostensenkungsmaßnahmen positiv zu werten. Trotz der jüngsten Kapitalerhöhung sei die Verschuldung aber nach wie vor sehr hoch. Zudem besteht bei den Veräußerungen die Gefahr von Verzögerungen mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die angestrebte Gewinnentwicklung und Dividende.
Die Aktie präsentiert sich seit Mitte Januar in guter Verfassung und legte ohne Konsolidierung von 26 Euro um gut 26 Prozent auf bis zu 33 Euro zu. Hier scheint nun aber kurzfristig die Luft etwas dünn zu werden. Auf dem Prüfstand steht nun die noch fallende 200-Tage-Linie. Der gleitende Durchschnitt wurde erst vor wenigen Tagen übersprungen und verläuft aktuell bei 31,40 Euro. Stabilisiert sich die Aktie darüber, wäre dies positiv zu werten und könnte neuen Aufwärtsspielraum bis 35 Euro eröffnen. Innerhalb einer Konsolidierungsberegung des Gesamtmarktes droht andernfalls ein Abverkauf bis 29 Euro.
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