In der BÖRSE ONLINE Titelgeschichte 33/2010 (vom 12. August) haben wir die Viscom-Aktie als einen der zehn lukrativsten Turnaroundwerte aus Deutschland vorgestellt. Nun haben die Hannoveraner ihren Halbjahresbericht vorgestellt. Mit einem Gewinn von 1,1 Mio. Euro hat der Anbieter von Inspektionssystemen die Erwartungen klar geschlagen.
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Nach dem grottenschlechten Jahr 2009 kommt Viscom wieder in die richtige Spur zurück. So kletterte der Umsatz im ersten Halbjahr 2010 um knapp 32 Prozent auf 12,8 Mio. Euro. Vor Abzug von Zinsen und Steuern (EBIT) blieb ein Gewinn von 0,91 Mio. Euro hängen. In der vergleichbaren Vorjahresperiode musste Viscom noch einen Verlust von Minus 6,80 Mio. Euro ausweisen. Unterm Strich steht für das erste Halbjahr 2010 nun ein Ergebnis von Plus 1,44 Mio. Euro – oder 0,13 Euro je Aktie.
Auch im Vergleich zum ersten Quartal 2010 hat sich die Lage signifikant verbessert. Schließlich standen per Ende März 2010 Umsatzerlösen von 5,10 Mio. Euro noch ein negatives EBIT von 1,57 Mio. Euro entgegen. „Der Trend, der sich schon im ersten Quartal dieses Jahres deutlich abzeichnete, hat sich weiter verstärkt und stabilisiert“, sagt Vorstand Ulrich Mohr.
Der unerwartet hohe operative Gewinn von 0,91 Mio. Euro des laufenden Jahres wurde allerdings durch einige Sondereffekte begünstigt. „Hier sind vor allem die Reduzierung des Wertberichtigungsbedarfs für Artikel, die in einem bestimmten Zeitraum nicht oder nur selten nachgefragt wurden in Höhe von 1,6, Mio. Euro sowie die Aktivierung von Entwicklungsleistungen mit rund 0,5 Mio. Euro zu nennen“, erläutert Mohr. Vor diesem Hintergrund relativiert sich auch die auf den ersten Blick extrem vorsichtig anmutende Prognose für das Gesamtjahr 2010. Demnach rechnet die Gesellschaft mit einem Umsatz von mindestens 30 Mio. Euro und einem ausgeglichenen Ergebnis. Rückenwind bekommen die Hannoveraner dabei von der Automobilbranche, einer der wichtigsten Kundengruppe von Viscom.
Für BÖRSE ONLINE zählt die Viscom-Aktie weiter zu den interessantesten Turnaround-Titeln. Wir gehen davon aus, dass die Gesellschaft auch am Jahresende ein deutlich positives Ergebnis vorweisen wird. Der Börsenwert von 41,5 Mio. Euro liegt um 6 Prozent unterhalb des per 30. Juni ausgewiesenen Eigenkapitals. Angesichts der wirtschaftlichen Perspektiven ist das ein viel zu niedriger Wert. Schließlich ist Viscom derzeit mehr, als ein reiner „Substanz-Play“, auch wenn die Gesellschaft von früher üblichen Umsatzgrößen im Bereich um 50 Mio. Euro noch meilenweit entfernt ist.
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