Mit kräftig steigendem Gewinn und auf 17,5 Mrd. Euro deutlich angeschwollenen Barmitteln bereitet sich
VW auf die Expansionsstrategie der nächsten Monate und Jahre vor. "Nun kann
Volkswagen
MAN übernehmen und danach die ganze Welt", sagte Arndt Ellinghorst, Analyst der Bank
Credit Suisse. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch will einen Konzern bilden, der vom Motorrad über Pkw und Transporter bis zu Schwerlastern alles im Angebot hat. Zudem wollen die Wolfsburger bis spätestens 2018
Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen.
Um die Unternehmensziele erreichen zu können, brauchen die Niedersachsen viel Geld. Allein die schrittweise Übernahme des Sportwagenbauers
Porsche kostet insgesamt etwa 16 Mrd. Euro. Ende vergangenen Jahres kaufte
VW bereits die Hälfte des Autogeschäftes der Stuttgarter, 2011 soll das Unternehmen komplett integiert werden. Zudem will der Wolfsburger Konzern die Salzburger Autohandelsgesellschaft von
Porsche übernehmen.
Experten erwarten zudem, dass
Volkswagen demnächst seinen Anteil am Münchner Nutzfahrzeughersteller
MAN von knapp 30 Prozent der Stimmrechte erhöht. Am schwedischen Rivalen Scania besitzt
VW bereits die Stimmrechtsmehrheit.
Volkswagen hatte jüngst einen neuen Vorstandsbereich geschaffen, um seine Beteiligungen an den Lkw-Bauern zu bündeln.
Beobachter rechnen zudem damit, dass
VW die im Januar erworbenen knapp 20 Prozent am japanischen Kleinwagen- und Motorradspezialisten Suzuki auf mittlere Sicht nicht reichen werden. Zudem gibt es immer wieder Gerüchte,
VW begeistere sich für die zum Fiat -Konzern gehörende Marke Alfa Romeo. In Italien griffen die Deutschen in diesem Jahr bereits zu. Sie übernahmen das Designstudio Italdesign Giugiaro.
Zudem will
VW stärker in den wichtigen Schwellenländern investieren. Allein in China sollen bis 2012 zusätzlich 1,6 Mrd. Euro ausgegeben werden. Zusammengenommen liegt das Investitionsvolumen der Wolfsburger in der Volksrepublik bei 6 Mrd. Euro.
Insgesamt legte die Nettoliquidität im Automobilbereich (ohne Finanzdienstleistungen) um 42,2 Prozent auf 17,5 Mrd. Euro zu. Aus der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung waren dem Unternehmen im März bereits rund 3 Mrd. Euro liquide Mittel zugeflossen. Im zweiten Quartal kamen noch ein mal rund 1,1 Mrd. Euro hinzu.
Im Tagesgeschäft fährt Europas größter Autobauer der Konkurrenz auch ohne staatliche Abwrackprämie davon. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 20,7 Prozent auf 61,8 Mrd. Euro. Der Nettogewinn vervierfachte sich fast und liegt nun bei 1,82 Mrd. Euro. Das teilte
VW am Donnerstag in Wolfsburg mit. Mehr als verdreifachen konnte der Konzern das Ergebnis vor Steuern, das nach den ersten sechs Monaten 2,6 Mrd. Euro erreichte. Das operative Ergebnis stiegt von 1,2 auf 2,8 Mrd. Euro.
Vor allem die Kernmarke
Volkswagen Pkw erzielte deutlich höhere Gewinne als im Vorjahr. Das operative Ergebnis erreichte 1 Mrd. Euro, nach nur 200 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Den höchsten Anteil zum operativen Ergebnis des Konzerns steuerte wieder die Premiummarke Audi bei - mit 1,3 Mrd. Euro.
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