Seit Sommer stabilisiert sich die Deutsche Balaton-Aktie zwischen acht und neun Euro. Gelingt die Bodenbildung, kann der Nebenwert die Hochs bei 10,50 Euro in Angriff nehmen.
An der Börse fristet die Beteiligungsgesellschaft Deutsche Balaton ein Nischendasein. Handelsumsätze und Anlegerinteresse sind gering. In Sachen Kapitalmarktkommunikation hält das Management den Ball flach. Die Folge: Nur wenige Anleger haben mitbekommen, dass zuletzt einige interessante Meldungen veröffentlicht wurden.
So zeichnet sich im Übernahmefall Metallgesellschaft/Gea eine Nachbesserung ab. Ein Vergleich im Spruchverfahren könnte 2,7 Mio. Euro Vorsteuergewinn bescheren, der die Ergebnisrechnung des laufenden Jahres aufbessert. Ähnliches gilt für den Gewinnbeitrag aus der Kaufpreisallokation eines assoziierten Unternehmens von rund drei Mio. Euro. Zwar handelt es sich dabei nach Unternehmensangaben „um einen rein buchhalterisch technischen Vorgang“, der mit keiner Profitrealisierung korrespondiert. Dennoch lässt er die Berichterstattung hübscher aussehen.
Noch das alte Geschäftsjahr betrifft der Verkauf des TDS-Pakets. Deutsche Balaton hielt sechs Prozent an der IT-Gesellschaft. Die Veräußerung brachte 4,5 Mio. Euro Ergebnis in der Konzernrechnung. Parallel sinkt allerdings in der Bilanz die Neubewertungsrücklage, die in das Eigenkapital eingeht, und zwar um 2,4 Mio. Euro. Per Saldo verbleibt somit ein Plus beim Eigenkapital von 2,1 Mio. Euro im Vergleich zu Ende 2010.
Im Oktober hatte Deutsche Balaton bereits 125000 Aktien der Softwarefirma P&I veräußert. Das brachte 2,1 Mio. Euro Gewinn. Dem steht eine Abschmelzung der Neubewertungsrücklage um 2,3 Mio. Euro gegenüber, so dass der Deal das Konzerneigenkapital leicht um 0,2 Mio. Euro vermindert.
Die Aktiennotierung ist im Sommer im Zuge des Börsencrashs von zehn auf gut acht Euro abgerutscht. Monatelang pendelte der Small Cap anschließend um 8,50 Euro, doch jetzt könnte sich ein Aufwärtstrend abzeichnen. Deutsche Balaton investiert in private und börsennotierte Firmen sowie in Immobilien. Zu den Beteiligungen gehören zum Beispiel die Softwarefirma Beta Systems und der Wirtschaftsdienst VWD.
Wichtiger Gradmesser für die Bewertung einer Beteiligungsgesellschaft ist das Eigenkapital je Aktie, das zur Jahresmitte bei gut 12 Euro lag. Gemessen daran notiert das Wertpapier um 28 Prozent zu niedrig. Der jüngste Aktienrückkauf spricht ebenfalls für eine Unterbewertung. Damals bot Deutsche Balaton 8,75 Euro für die eigenen Aktien. Aktuell notiert der Small Cap sogar leicht unter diesem Niveau.
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